Moschee als Ort sozialer Projekte
Mit Schwung das Fladenbrot gedreht: (v. l.) Kübra Özdemir, Gezem Bingül und Gamze Tutar sorgten beim Tag der offenen Moschee für die Speisen.

Umut Yildiz weiter: „Ebenso wenig wie man sagen kann, dass alle Christen wegen der Kreuzzüge schlecht sind, sind alle Muslime schlecht.“ Der Ditib-Verein hatte am Freitag an die Gütersloher Straße eingeladen. Angeschlossen war ein von der Ditib-Jugend organisierter Tag, dessen Erlöse in die Jugendarbeit fließen. Der Dialogbeauftragte Hasan Sama erklärte Besuchern in der Moschee die Grundzüge des Islam. So war zu erfahren, dass sich der islamische Kalender nach dem Mond richtet. Er basiert auf dem Zeitpunkt, an dem der Prophet Mohammed von Mekka in Saudi-Arabien nach Medina nördlich von Mekka auswanderte. In Mekka steht im Innenhof der heiligen Moschee die Kaaba als zentrales Heiligtum des Islam. Nach der islamischen Vorstellung wurde die Kaaba von Adam erbaut und die zwischenzeitliche Ruine von Abraham und seinem Sohn Ismael im Auftrag Gottes als Wallfahrtsort wiedererrichtet. Fünfmal am Tag wird Richtung der Kaaba gebetet. Aufgerufen wird dazu durch den Muezzin. Dieses Ritual gehört ebenso zum gläubigen Leben im Islam wie das Fasten zu Ramadan. Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang darf nichts gegessen und getrunken werden.

Gemeinde kümmert sich um Integration und Inklusion

„Fasten ist eine Kopfsache“, sagt Hasan Sama. Die Moschee ist aber nicht nur eine heilige Stätte, sondern auch ein Ort, von dem die sozialen Tätigkeiten einer Gemeinde ausgehen, sagt Umut Yildiz, der darauf hinweist, dass sich die türkisch-islamische Gemeinde in Verl um Integration und besonders um Inklusion bemüht und dabei über alle Religions- und Staatsgrenzen hinaus offen sei. So engagieren sich seit kurzem Murat Deli und sein Stellvertreter Nazif Yildiz als beratende Mitglieder im Jugendhilfeausschuss. Die erste Sitzung fand am 30. September statt. Nach wie vor möchte sich der Verein an einem anderen Standort erweitern. Eine Möglichkeit sehen die Verantwortlichen in dem Gebäude an der Bielefelder Straße, in dem die Stadt ursprünglich einen Kindergarten errichten wollte. „Wir haben sehr gute Gespräche mit Heribert Schönauer geführt. Jetzt warten wir auf eine Antwort durch den Ersten Beigeordneten“, sagt Nazif Yildiz. Am Dienstag, 4. November, soll das Thema nach Auskunft von Ditib in der Ratssitzung auf der Tagesordnung stehen.

SOCIAL BOOKMARKS