Mütter und Babys genießen Auszeit
Bild: Tschackert
Seit 18 Jahren ist Sigrid Schlingmann als Honorarkraft im Droste-Haus tätig. Kursleiterin des Elterncafés ist sie seit knapp einem Jahr. Zu dem offenen Treff kommen rund zehn Mütter mit ihren Babys. Monatlich finden Vorträge zu Schwerpunktthemen statt.
Bild: Tschackert

Auch wenn die Geräuschkulisse zunächst etwas anderes vermuten lässt, herrscht eine angenehme Atmosphäre im Foyer des Droste-Hauses. Neun junge Mütter sitzen auf Decken auf dem Boden, und in dem offenen Rund krabbelt, rollt, spielt und tapst der Nachwuchs. Die Babys im Alter zwischen ein paar Wochen und zwei Jahren genießen sichtlich die Gesellschaft Gleichaltriger. Ihre Mütter sitzen in Grüppchen zusammen, mal kommt eine, dann geht eine.

Manche verabreden sich gezielt für den Mittwochvormittag im Droste-Haus. Andere setzen sich nach einem von zwei zeitlich versetzt stattfindenden Rückbildungskursen, die gleich nebenan durchgeführt werden, mit ihrem Baby einfach zu den anderen Müttern und trinken eine Tasse Kaffee. Es ist ein Kommen und Gehen in entspannter Atmosphäre. Und so soll es in dem offenen Treff von 10 bis 11.30 Uhr auch sein. Kinder und Eltern genießen die Ungezwungenheit.

Mittendrin befindet sich Sigrid Schlingmann. Vor beinahe einem Jahr hat sie die Leitung des Elterncafés übernommen. Sie ist die Ansprechpartnerin der jungen Mütter. „Meist dreht es sich um Themen wie Schlafen – Durchschlafen ist ein großes Thema –, Stillen und wenn es damit Probleme gibt oder auch Beikost“, berichtet die 49-Jährige. Gerade der Übergang zur festen Nahrung ist bei den Eltern derzeit ein wichtiges Thema. Jedenfalls war das Interesse enorm, als vor ein paar Wochen dazu ein Vortrag stattfand.

Referate finden monatlich als Bestandteil des Elterncafés statt, das im Rahmen der Initiative „Elternstart“ vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert wird und sich an Familien mit Kindern im ersten Lebensjahr wendet. Seit September 2016 gibt es das Elterncafé bereits. „Die meisten Mütter kommen in den zehn Wochen, in denen sie hier die Rückbildungsgymnastik machen“, hat Tanja Weickert beobachtet.

Die Frauen holen sich Rat und tauschen sich mit anderen Müttern aus. Ein schier unerschöpflicher Quell ist da Sigrid Schlingmann. Nicht nur weil sie selbst dreifache Mutter ist und seit 18 Jahren Kurse im Droste-Haus gibt, von der Babymassage über Erste Hilfe am Kind bis hin zur Babysitter-Ausbildung. Sondern auch, weil sie sich als Kinderkrankenschwester in der Intensivpflege in Bethel um Frühgeborene kümmert. Ihr Wissen gibt sie gern weiter. „Die jungen Frauen sollen die Entwicklung ihrer Kinder im ersten Lebensjahr bewusst erleben und gleichzeitig mehr Sicherheit in der noch ungewohnten Elternrolle bekommen“, sagt sie.

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