Nach 54 Jahren ist  Schluss
Die Letzten ihrer Art: Nach 54 Jahren endet die Geschichte der Realschule in Verl. Letztmals sind Zehntklässler verabschiedet worden. Nach einem Gottesdienst stand ein Festakt im Pädagogischen Zentrum auf dem Programm.

Schulleiter Bernhard Hilgenkamp, der in den Ruhestand geht, greift das Motto des Jahrgangs – Casino Real – auf. In der Spielbank heiße es zwar immer: Nichts geht mehr. Danach aber immer auch: Faites vos jeux. Das ist französisch und bedeutet: Machen Sie Ihr Spiel. Was der scheidende Chef der Realschule damit sagen will: Das Leben geht weiter. „Alle Beteiligten müssen den Blick nach vorn richten“, erklärt Bernhard Hilgenkamp. Er hat sich zusammen mit seinen Kollegen in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, dass die Schüler bestens unterrichtet werden. Dass die Schule ausläuft, sollte im Alltag keine Rolle spielen.

„Wir gehen mit Wehmut, aber auch mit Stolz“, sagt der Pädagoge. An die Stelle der Realschule tritt jetzt die Gesamtschule. Der Abschied ist durchaus emotional. Ein Kurzfilm mit Bildern aus 54 Jahren Realschule wird gezeigt. „Die Schüler trauern der Realschule auch ein bisschen nach“, sagt Bernhard Hilgenkamp. Die Klassenbesten werden noch einmal geehrt. Das sind Lina Steinmeier, Jule Jasper, Nico Naseband und Sabine Warkentin. Für ihr Engagement im Projekt „Jung und Alt im Altenheim“ werden Nele Eikelmann, Layana Geiger, Katharina Hansmeier, Alina Venker, Katja Hagenbrock und Rabia Kinaci ausgezeichnet.

Die Stadt lässt sich derweil nicht lumpen: Sie spendiert zum Schluss einen Sektempfang mit Imbiss. Die Zehntklässler haben zudem eine Fahrt in den Heidepark nach Soltau als zusätzliches Abschiedsgeschenk erhalten. Auch Bürgermeister Michael Esken tritt ans Mikrofon. „Die Schule war euer Trainingslager“, sagt er. „Nun dürft ihr aufs Feld. Bitte spielt ordentlich. Ihr müsst das Leben in die Hand nehmen. Aber passt auf – es hält auch gelbe und rote Karten bereit.“ Anschließend verabschiedet Esken Schulleiter Bernhard Hilgenkamp offiziell in den Ruhestand.

Das letzte Wort hat der scheidende Chef. „Die Schule war ein bisschen auch wie ein Zuhause“, sagt Bernhard Hilgenkamp im Gespräch mit der „Glocke“. Nicht nur für ihn, sondern für viele Kollegen und Schüler der vergangenen Jahrzehnte. Aber das Leben geht weiter, auch wenn es traurig sei, ein Haus aufzugeben. „Machen Sie Ihr Spiel“, sagt Hilgenkamp zu den Zehntklässlern.

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