Neun Corona-Infektionen bei Nobilia
Foto: Steinecke
Neun Nobilia-Mitarbeiter des Werks II in Kaunitz sind positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Der Betrieb läuft dort weiter wie gewohnt. Der Grund: Die Betroffenen hatten keinen Kontakt zu ihren Kollegen.
Foto: Steinecke

Festgestellt worden waren die Infektionen mit Covid-19 bei Testungen, die Nobilia nach dem dreiwöchigen Betriebsurlaub im Werk in Kaunitz selbst vorgenommen hatte. Bei allen neun Personen handelt es sich laut Bopf um Urlaubsrückkehrer.

Der größte deutsche Küchenmöbelhersteller Nobilia wurde 1945 von den Brüdern Johann und Willy Stickling gegründet. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen, das weltweit agiert, 3738 Mitarbeiter. Im Werk I in Sürenheide – dem Stammsitz –arbeiten 1046 Mitarbeiter. Die Produktionsfläche beträgt 110 000 Quadratmeter. Im Werk II in Kaunitz, das eine Produktionsfläche von 140 000 Quadratmetern aufweist, sind 1046 Mitarbeiter beschäftigt.

2019 lieferte Nobilia rund 753 000 Küchen aus, die in den beiden Werken in Kaunitz und Sürenheide produziert wurden. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr knapp 1,3 Milliarden Euro.

Mit Investitionen in zwei neue Standorte will das Unternehmen sein Wachstum weiter ankurbeln. Bis Ende dieses Jahres soll der Produktionsstandort am Hüttenbrink in Gütersloh in Betrieb genommen werden. Ein weiteres Werk baut Nobilia derzeit in Saarlouis im Saarland.

Laut der Nobilia-Geschäftsführung beschäftigt das Unternehmen aus Überzeugung keine Werkvertragsarbeitnehmer, wie das in wenigen anderen Branchen – zum Beispiel der Fleischindustrie – üblich ist.

Testung auf eigene Faust

„Wir haben schon frühzeitig ein Hygiene- und Gesundheitsschutzkonzept erarbeitet. Dazu gehörte auch die Frage, was wir mit Mitarbeitern machen, die aus dem Urlaub zurückkehren, insbesondere mit denen, die aus Risikogebieten kommen“, erläuterte Bopf. Schlussendlich habe man sich dazu entschieden, die Mitarbeiter des Küchenherstellers vor ihrer Rückkehr in das Unternehmen auf das Coronavirus zu testen. Das betreffe vor allem Betriebszweige, in denen viele Menschen zusammenkämen. „Nur wer ein negatives Ergebnis vorlegen konnte, durfte seine Arbeit am Montag wieder aufnehmen“, so der Nobilia-Chef. Da endete der dreiwöchige Betriebsurlaub im Werk in Kaunitz. In Sürenheide wolle man genauso vorgehen, um den Schutz der Mitarbeiter und deren Familien sicherzustellen.

Mit den Testungen der Mitarbeiter in Kaunitz wurde laut Bopf am vergangenen Freitag begonnen, weil es mitunter ein paar Tage dauere, bis die Ergebnisse da seien. Dafür hatte der Küchenhersteller auf dem Parkplatz Teststationen eingerichtet, an denen Ärzte gemeinsam mit einem Testinstitut Abstriche der Belegschaft nahmen. Mehrere hundert Tests wurden laut Bopf vorgenommen. Eine genaue Zahl konnte er nicht nennen. Nur neun davon seien bislang positiv ausgefallen.

Kooperativ und transparent

Selbstverständlich sei umgehend der Krisenstab des Kreises Gütersloh über die neun Corona-Infektionen informiert worden, so Bopf weiter. „Am Sonntag haben wir davon erfahren“, bestätigte Beate Behlert, Pressesprecherin des Kreises. Daraufhin habe das Gesundheitsamt mit Nobilia umgehend mit dem Kontaktpersonenmanagement begonnen. „Das Unternehmen hat sich dabei sehr kooperativ verhalten und transparent agiert“, lobte Behlert. Ob die Infektionskette durch das Konzept des Unternehmens unterbrochen worden sei, stelle sich mit Ablauf der Quarantäne in 14 Tagen heraus. Nämlich dann, wenn keine neuen Infektionen verzeichnet würden.

Die neun Mitarbeiter und deren Kontaktpersonen stehen nun unter Quarantäne. Damit die Quarantäne nach 14 Tagen aufgehoben wird, sei ein negativer Corona-Test erforderlich, so Behlert.

SOCIAL BOOKMARKS