Nicht nur Grundstücksgröße spielt Rolle
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Ist eine Straße marode, wird sie saniert. Innerorts werden dann auch die Anlieger zur Kasse gebeten. Straßenausbaubeiträge werden fällig. Je nach Art der Straße müssen Grundstückseigentümer prozentual mehr oder weniger bezahlen.
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Worum geht es derzeit nicht? Die Erschließungsbeiträge. Also um Gelder, die für den erstmaligen Ausbau einer Straße fällig werden. Wenn die Baustraße durch eine richtige Straße mit Bürgersteigen und allem Pipapo ersetzt wird. Das ist zum Beispiel bei der Daimlerstraße in Kaunitz oder einem Teil der Lerchenwegs in Verl der Fall. Diese Straßen sollen wie einige andere Wege im Stadtgebiet demnächst ausgebaut werden. Anlieger werden zur Kasse gebeten. Und daran ändert sich auch nichts. Zumindest wird das derzeit nicht diskutiert.

Worum geht es denn? Um die Straßenausbaubeiträge. Die werden fällig, wenn eine Straße, die vor Jahrzehnten ausgebaut worden ist, nun komplett erneuert werden soll. Auch dann werden Grundstückseigentümer beteiligt. Und genau über diesen Fall diskutiert nun die Politik – und zwar auf Landesebene. Die Stadt hat erst einmal nichts zu melden. Deshalb der Rat auch nur eine Resolution verabschiedet. Die Forderung der Stadt: Soziale Kriterien sollten berücksichtigt werden.

Nach welchen Kriterien werden bei einer Sanierung die Kosten abgerechnet? Grob zusammengefasst spielen die Grundstücksgröße, die Zahl der Geschosse und die Art der Nutzung eine Rolle. Bei Hauptverkehrsstraßen (zum Beispiel die Gütersloher und Paderborner Straße) zahlen die Anlieger nur zehn Prozent der Kosten für die Erneuerung der Fahrbahn. Bei Haupterschließungsstraßen (zum Beispiel Linden- oder Eichendorffstraße) sind es 30 Prozent der Kosten. Und in reinen Anliegerstraßen werden derzeit 50 Prozent auf die Grundstückseigentümer umgelegt. Hinzu kommen in allen Fällen Teile der Kosten für Rad- und Gehwege, die Beleuchtung und die Grünanlagen.

Warum gibt es Unterschiede? Die Hauptverkehrsstraßen nutzen halt viele, nicht nur die Anlieger, Haupterschließungsstraße führen in die Wohngebiete und die Anliegerstraßen werden dann – in der Regel – nur von den Personen genutzt, die dort leben. Dafür halten diese Wege dann auch länger.

Welche Straßen könnten in den nächsten Jahren saniert werden? Konkrete Daten gibt es nicht – und auch noch lange keine beschlossenen Pläne. Aber die Kommune hat im Februar eine Übersicht veröffentlicht, in der der Zustand der Straßen in Verl dokumentiert ist. Allein 37 Wege im Stadtgebiet haben die Zustandsklasse acht.

In diese Kategorie fallen: Am Bühlbusch, Arndtstraße, Breslauer Straße, Bürmannstraße, Danziger Weg, Dorotheenweg, Drosselweg, Efeuweg, Eggeweg, Elbinger Straße, Ernst-Meurin-Straße, Eulenweg, Finkenweg, Geibelstraße, Hebbelstraße, Heineweg, Hölderlinstraße, Humboldtstraße, Jahnstraße, Kastanienweg, Kleiberweg, Kleiststraße, Knapp, Kolberger Straße, Körnerweg, Krokusweg, Marktstraße, Masurenstraße, Mörikestraße, Neißeweg, Ostlandweg, Peitzweg, Poststraße, Reuterstraße, St.-Anna-Straße, Spechtweg und Steinweg.

In die Zustandsklasse sieben fallen: Alleinsteiner Straße, Bernsteinweg, Brahmsweg, Brucknerweg, Cheruskerstraße, Drosteweg, Elchweg, Goethestraße, Kieselweg, Lessingstraße, Lindenstraße, Mohnweg, Papendiek, Paul-Gerhardt-Straße, Reiherweg, Schillerstraße, Uhlandstraße und Zum Furlbach.

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