Nobilia schreibt Rekordzahlen
Bild: Steinecke

Seit Jahren wächst Europas größter Küchenhersteller Nobilia: Dr. Lars Bopf, Vorsitzender der Geschäftsführrung, präsentierte am Freitag die Bilanz. Das Bild zeigt neben Bopf (v.l.) Gesellschafter Werner Stickling, sowie die Geschäftsführer Michael Klein und Frank Kramer. Nicht auf dem Bild ist Geschäftsführer Dr. Oliver Streit.

Bild: Steinecke

727.000 Küchen hat das Verler Unternehmen im vergangenen Jahr ausgeliefert – Rekordzahlen in der 74-jährigen Unternehmensgeschichte, wie Dr. Lars Bopf, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Freitag bei der Vorstellung der Bilanz sagte.

Nobilia hat im Geschäftsjahr 2018 insgesamt 1,23 Milliarden Euro Umsatz gemacht, 9,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Gewinn macht das Familienunternehmen keine Angaben. Laut Gesellschafter Werner Stickling ist das Ergebnis „auskömmlich“. Fast jede zweite Küche (47,7 Prozent) geht ins Ausland. Wichtigster Exportmarkt ist Frankreich (41 Prozent Anteil) vor Belgien (12 Prozent) und Österreich (9 Prozent).

Der Marktanteil liegt in Deutschland bei 30,3 Prozent. In dieser Rechnung fehlen jedoch die Küchen, die der schwedische Möbelriese Ikea verkauft.  Dessen Umsatz mit Küchen wird in der amtlichen Statistik nicht erfasst.

Im Schnitt kostet eine Nobilia-Küche 7559 Euro. Jede zweite Küchenkommission wird mit Elektrogeräten ausgeliefert. Jeden Arbeitstag verlassen 3300 Küchen die beiden Werke in Verl-Sürenheide und Verl-Kaunitz. Nobilia beschäftigt 3600 Mitarbeiter, darunter 360 Fahrer, die die Ware mit firmeneigenen Lkw ausliefert. (be)

Werk I in Verl-Sürenheide arbeitet an der Auslastungsgrenze, ähnlich sieht es im Werk II in Verl-Kaunitz aus. Die Bauarbeiten für ein drittes Werk in Gütersloh im Gewerbegebiet Hüttenbrink haben Ende vergangenen Jahres begonnen. Erste Küchen könnten dort im kommenden Jahr produziert werden. Ein viertes Werk soll in Saarlouis im Saarland gebaut werden. Im Frühjahr gebe es den ersten Spatenstich, die Produktion soll auch dort 2020 starten. Vom Werk in Saarlouis aus – nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt – soll Frankreich, der stärkste Auslandsmarkt für Nobilia, bedient werden. 41 Prozent der exportierten Küchen gehen nach Frankreich, im Jahr sind es gut 140.000. Das neue Werk soll langsam aufgebaut werden, erklärte Bopf. „Wir werden das ganz behutsam entwickeln, je nach Marktlage, Schritt für Schritt“, sagte der Nobilia-Manager. Zur konkreten Kapazitätsplanung des Werks wollte sich Bopf gestern nicht äußern – laut einer Darstellung im Ausstellungsraum der Nobilia-Verwaltung liegt die Zielgröße bei einer Produktion von 500 Küchen am Tag.

Die Ausweitung der Fertigung ist für den Verler Hersteller eine Notwendigkeit. Nach der Insolvenz des Konkurrenten Alno im vergangenen Jahr gingen soviele Aufträge bei Nobilia ein, dass sich die Lieferzeiten dramatisch verlängerten. Statt der üblichen Frist von drei bis vier Wochen warteten die Kunden bis zu 12 Wochen auf ihre Nobilia-Küche. „Das hat zu Ärger geführt und war nicht akzeptabel“, räumte Bopf selbstkritisch ein. Durch Mehrarbeit habe man die außergewöhnliche Situation im März und April 2018 aber rasch beenden können.

Den Einsatz der Mitarbeiter für das Unternehmen ließ sich Nobilia etwas kosten: Sechs Millionen Euro schüttete der Möbelhersteller als Dank für das Engagement aus. Jeder Mitarbeiter erhielt neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld eine Sonderzahlung in Höhe von 1700 Euro brutto.

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