Nobilia will weltweit Märkte erobern
Nobilia will in Kaunitz wachsen. Das neue Werk könnte parallel zur bestehenden Betriebsstätte errichtet werden. Synergieeffekte erhofft sich das Unternehmen in der Lagerhaltung. Das Hochregallager (im Bild rechts) könnte für das neue Werk genutzt werden.

Die Bezirksregierung empfiehlt den politischen Gremien – dem Regionalrat und der Kommission für Regionalplanung –, eine Änderung des Regionalplans einzuleiten. Das ist die Grundvoraussetzung für die weitere Planung. Erst danach kann die Stadt Verl die nächsten Schritte machen.

Da sich die Branche in einem Konzentrationsprozess befinde, müsse Nobilia weiter wachsen, um rund 3000 Arbeitsplätze sichern zu können, schreibt die Bezirksregierung. In der Vorlage heißt es: „Wachstum ist im Inland kaum noch möglich. Das Werk I (in Sürenheide) ist mit der Produktion für Deutschland nahezu ausgelastet. Im europäischen Ausland werden Potenziale gesehen, die mit dem bestehenden Werk II (Kaunitz) im Wesentlichen abgedeckt werden können. Darüber hinaus hat sich Nobilia nach neuen Märkten in Übersee (zum Beispiel USA und China) umgesehen. Hier wird ein großes Wachstumspotenzial und damit die langfristige Absicherung des Unternehmens gesehen.“

Die Anforderungen in diesen Märkten könnten jedoch mit den bestehenden Produktionslinien nicht erfüllt werden, weil dafür völlig andere Größeneinheiten sowie Verarbeitungen erforderlich seien, heißt es in der von der Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl unterzeichneten Vorlage. „Die Exportmärkte haben natürlich Besonderheiten, die es zu berücksichtigen gilt“, sagte Dr. Lars Bopf, Sprecher der Geschäftsführung, auf Anfrage der „Glocke“. So sind in den USA beispielsweise die Elektrogeräte deutlich größer.

Derzeit ist das Überseegeschäft von Nobilia übersichtlich. In China erwirtschaftete der Küchenhersteller im vergangenen Jahr drei Prozent seines Umsatzes. Die USA wurden bei der Bilanzpressekonferenz Anfang des Jahres gar nicht explizit aufgeführt. Insgesamt macht Nobilia 40 Prozent seines Umsatzes im Ausland, den Großteil davon in der Europäischen Union. „Nobilia sieht in der Zukunft besondere Wachstumsmöglichkeiten in den ausländischen Märkten“, so Dr. Lars Bopf.

Wichtig ist Nobilia, direkt an das bestehende Werk anbauen zu können. Damit werde das unternehmerische Risiko, dass mit der Eroberung von Märkten in Übersee verbunden ist, minimiert, heißt es in der Beschlussvorlage. Synergieeffekte durch gemeinsame Lagerhaltung, Mitnutzung der Sozialräume und einer Konzentration der Verwaltung sollen erzielt werden. Deshalb seien auch Überlegungen, an anderer Stelle ein weiteres Werk zu bauen, verworfen worden.

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