Parkour: springen, fliegen, abrollen
Bild: Steinecke
Mit einem mächtigen Sprung setzt David zur Überwindung des Kastens an. Zum ersten Parkour-Angebot des TV Verl in der Bornholter Sporthalle kamen zehn Teilnehmer.
Bild: Steinecke

Bis sie soweit sind wie der Kursusleiter, ist viel Übung angesagt. Auf sechs Einheiten hat Maja Kraft den Kursus zunächst angelegt. „Mal schauen, wie das angenommen wird. Auf jeden Fall trifft es den Nerv der Zeit“, sagt sie. Der Bedarf in Verl ist vorhanden: Bisher gab es Parkour-Angebote lediglich im Gütersloher Jugendzentrum Bauteil 5.

Jan Böning versucht, mit den Füßen voran den Kasten zu überwinden. „Ich hab’ lange gebraucht, bis ich das konnte“, sagt Christoph Boll lachend. „Kopfsache“, kommentiert Maja Kraft. Aus ihrer Erfahrung als Sportlerin weiß sie, dass es einige Überwindung kostet, bis man ungewohnte Bewegungen verinnerlicht hat.

An diesem Abend in der Turnhalle der Bornholter Grundschule geht es darum, die Grundlagen zu lernen. Einfache Hindernisse sollen mit unterschiedlichen Sprungtechniken überwunden werden, das Abrollen wird geübt. Die Teilnehmer lernen, was sie sich zutrauen können. Entfernungen gilt es ebenso abzuschätzen wie Höhen.

„Du musst leiser landen“, sagt Sergej Probst und klopft David Karaschavski auf die Schulter. Geschmeidig auf dem Vorderfuß geht es am besten, denn die Gelenke sollen nicht zu stark beansprucht werden. Probst unterstützt Christoph Boll. Weil die Trainingsstände der Teilnehmer unterschiedlich sind, können sie so gezielter auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen.

Henry Gennet ist mit seinen 14 Jahren schon recht weit, obwohl er Anfänger ist. Er hat sich von Videos inspirieren lassen und im Garten trainiert. Die Gelegenheit, in der Gruppe Parkour zu betreiben, ergriff er sofort beim Schopf.

Parkour findet jeden Donnerstag von 17.30 bis 19 Uhr in der Sporthalle an der Bergstraße statt. Dann geht es darum, möglichst schnell von Punkt A zu Punkt B zu gelangen. Beim Auftakt stand jedoch ein Hindernis im Weg, das auch dem besten Parkour-Athleten zu hoch gewesen wäre: Ab 18.30 Uhr war die Halle doppelt belegt, und der Parcours-Kursus musste der Volkshochschule weichen. „So ist das Leben“, nahm Christoph Boll es gelassen. Eins lehrt Parkour nämlich in jedem Fall: Ist das Hindernis zu groß für dich, musst du drum herum gehen.

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