Profiler gibt Einblick in seine Arbeit
Unter anderem mit dem Doppelmord in Gütersloh hat sich Axel Petermann beschäftigt. Im Juni ist er nun in Verl zu Gast und spricht über seine Arbeit.

Als einer der bekanntesten Profiler Deutschlands begibt sich Petermann seit mehr als 40 Jahren immer dann auf die Spur des Bösen, wenn ein Gewaltverbrechen trotz akribischer Ermittlungen ungeklärt zu bleiben droht. Einen spannenden Einblick in seine zum Teil ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden gibt der erfahrene Kriminalist jetzt in Verl: Am Freitag, 3. Juni, um 19 Uhr ist er im Pädagogischen Zentrum zu Gast und lässt das Publikum anhand von Fallbeispielen hautnah die Arbeit eines Profilers miterleben.

Laut Statistik geschehen jedes Jahr rund 300 Morde in Deutschland, von denen nur etwa 90 Prozent erfolgreich aufgeklärt werden. Aber was ist mit den übrigen zehn Prozent und all den anderen Sterbefällen, bei denen Angehörige Zweifel an der ermittelten Todesursache haben? Axel Petermann nimmt sich dieser Fälle auch noch nach seiner Pensionierung vor zwei Jahren an und geht den Verbrechen auf den Grund – denn in seiner langjähren Arbeit in der Mordkommission hat er schon oft erlebt, wie schnell die Ermittlungen eine falsche Richtung einschlagen, wie hoher Zeitdruck, fehlende Mittel und zu wenig Personal zu vorschnellen Ergebnissen führen, an deren Ende manchmal auch die falschen Verdächtigen einer Tat beschuldigt werden. I

n seinem Buch „Der Profiler“ beschreibt Axel Petermann unter anderem den Rimbach-Fall: Im August 1995 wurde die 19-jährige Heike Rimbach in ihrem Elternhaus im Harz ermordet. Obwohl der Fall immer wieder durch die Medien ging, ist der Täter bis heute, 20 Jahre nach dem tragischen Tod der jungen Frau, noch nicht gefasst. Darüber hinaus berichtet Petermann von weiteren spektakulären Kriminalfällen, die er im Laufe seiner mehr als 40-jährigen Karriere erlebt hat.

Auch im Kreis Gütersloh hat sich Petermann jüngst auf die Spuren zweier Kriminalfälle begeben: So recherchierte er zu dem bislang ungeklärten Mord an Ingrid Amtenbrink, die im Mai 2009 tot in einem Kornfeld in Gütersloh entdeckt wurde, und zu dem Doppelmord an einem Geschwisterpaar an Heiligabend 2013, ebenfalls in Gütersloh.

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