Projekt soll Integration voranbringen
Bild: Steinecke
Besprechung: In der Pause diskutieren (v. l.) Parmis (15, aus dem Iran), Diana (15, aus Rumänien) und Sara (13, aus Syrien), was auf der Bühne besser gemacht werden kann.
Bild: Steinecke

Den Stein ins Rollen gebracht hat der Rotary-Club Gütersloh-Verl. Die Alterspräsidenten Magda Weger und Bernhard Hillen fragten im Rahmen der Arbeit mit geflüchteten Menschen im Jahr 2016 bei der Stadt Verl an, wie sie helfen können. „Wir haben die Menschen zunächst mit dem Nötigsten versorgt. Stadt und Gesellschaft haben viel investiert. Jetzt kann man auch in anderen Bereichen arbeiten“, sagt der Erste Beigeordnete Heribert Schönauer.

Die Wahl fiel auf die Kultur und auf die Zusammenarbeit mit der theaterpädagogischen Werkstatt aus Osnabrück, die das Projekt durchführt. Begleitet werden die Proben, die im September begonnen haben, von Christine Eichholz. 14 Jugendliche nehmen teil. Die Gruppe setzt sich aus gebürtigen Verlern, Jugendlichen mit Migrationshintergrund und sechs Flüchtlingskindern zusammen. „Anfangs musste sich die Gruppe erst finden. Jetzt sind alle sehr engagiert bei der Sache“, berichtet Christine Eichholz von ihren bisherigen Eindrücken.

Als Stück wurde „Verlier nicht dein Gesicht“ von Scott Westerfeld ausgewählt. „Auf den ersten Blick ist das nur eine Geschichte, aber das Buch bietet sehr viele Gesprächsansätze“, erklärt Eichholz. Das Stück spielt in der Zukunft. Es geht darum, dass sich Jugendliche ab einem bestimmten Alter einer Schönheitsoperation unterziehen müssen, um zur Gesellschaft zu gehören. Einige weigern sich und wagen die Flucht. Vor zwei Wochen hat die Theatergruppe damit begonnen, mit dem Buch zu arbeiten. Eichholz: „Das Thema bietet die Möglichkeit, zu fragen, wieviel von mir oder meiner Kultur muss ich abgeben, um dazu zu gehören.“

Ebenso könnten die Erlebnisse der eigenen Flucht aufgearbeitet werden. Das Buch dient nämlich nur als ein roter Faden. Die Szenen werden durch Improvisation erarbeitet und anschließend aufgeschrieben. Ein Werk komplett selbst zu schreiben, sei zu aufwändig. „Die Aufführung soll mindestens eine Stunde dauern. Am 10. Juli wird das Stück für die Familien und Freunde der jungen Schauspieler gezeigt, am 11. Juli für die Lehrer und Schüler der Gesamtschule. Einen dritten Termin plant die Stadtverwaltung kurz vor den Sommerferien im Rahmen des Flüchtlingsfests.

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