Radweg: Günstiger, aber auch besser?
Bild: Ackfeld
In Gütersloh gibt es schon an mehreren Stellen Schutzstreifen für Radfahrer. Eigentlich waren sie auch auf der Bergstraße in Bornholte vorgesehen. Nun aber kommt es wohl anders. Die Anlieger müssen deshalb nicht für den Ausbau zahlen.
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Denn eigentlich war den Anliegern 2018 eine Planung vorgelegt worden, die die Schaffung von Schutzstreifen für Radfahrer vorsah. Diese Variante wurde in einer Versammlung auch überwiegend begrüßt. Aber: Zu diesem Zeitpunkt hieß es noch, dass die Anwohner für den Ausbau des Gehwegs zahlen müssen. Und dann kam das Rechtsgutachten in Sachen Neugestaltung der Ortsdurchfahrt in Verl.

Weil dort ein kombinierter Geh- und Radweg entstanden ist, werden die Anlieger nicht zur Kasse gebeten („Die Glocke“ berichtete am 12. September). Von diesem Ergebnis wussten die Anlieger der Bergstraße schon im Juli. Es gab eine erneute Anliegerversammlung. Einstimmig wurde nun für einen kombinierten Geh- und Radweg votiert. Den bekommen die Anlieger gratis. Das letzte Wort haben nun die Politiker.

„Die Frage nach der besten Lösung könnte in den Hintergrund treten“, hatte der Fraktionschef der Grünen, Johannes Wilke, am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss gesagt. Was nun die Frage aufwirft: Was ist denn eigentlich die beste Lösung, wenn man die Interessen der Anlieger und ihres Geldbeutels mal außer Acht lässt?

Allgemein hatte das Büro BSV aus Aachen zum Radwegenetz geschrieben: „Um ein geschlossenes und ablesbares Netz zu erhalten, stellt die Führung des Radverkehrs auf alternierenden Schutzstreifen aufgrund der beengten Straßenräume die einzige realistische Führungsform an Netzabschnitten entlang von Hauptverkehrs- und Verbindungsstraßen für Verl dar.“

Die Führung auf gemeinsamen Geh- und Radwegen – wie sie nun in Bornholte geplant ist – wirke sich auf die Qualität von Fußgänger- und Radverkehr aus und führe zu den genannten Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern. „Der Seitenraum stößt durch die gemeinsame Nutzung von Radfahrern und Fußgängern in Zusammenhang mit den zu geringen Breiten schon mit den heutigen Verkehrsmengen an seine Kapazitätsgrenzen“, urteilte das Büro BSV. Mittelfristig hatte die Kommune das Ziel genannt, mehr Leute auf das Rad zu bringen.

Aber: Das Büro Röver hatte im Zuge der Planung der Bergstraße im vergangenen Jahr sowohl einen Schutzstreifen als auch einen gemeinsamen Geh- und Radweg geprüft. „Beide Varianten beinhalten eine verbesserte und sichere Führung für Radfahrer und Fußgänger.“ Zumindest für die Bergstraße ist Sache damit klar.

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