Rechtzeitig den richtigen Weg finden
Bild: Hoheisel
Zertifiziert: Die Klassensprecher (vorn v. l.) Ilaria Guadagno, Carolina Patro, Svenja Beierlipp, Martine Brechmann und Lucas Göcht nahmen die Urkunden an. Mit ihnen freuen sich (hinten v. l.) Realschulrektor Bernhard Hilgenkamp, Lehrer und Projektleiter Meinolf Hüllmann, die Vorsitzenden des Fördervereins Nicole Brechmann und Simone Gohe sowie Frank Dreismickenbecker von der Kreissparkasse.
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Der Lohn ist erstens ein Zertifikat, das ihnen am Mittwoch überreicht wurde, und zweitens erste Hinweise, wo es beruflich hingehen könnte. Die Schüler aus den fünf neunten Klassen der Realschule haben sich in den vergangenen Wochen an Tätigkeiten geübt, bei denen sogar manch Erwachsener oft scheitert – zum Beispiel bei einer realistischen Selbsteinschätzung. Es geht um Zuverlässigkeit, um Pünktlichkeit – zum Beispiel. Das Ziel: ein Profil zu erschaffen und einen Weg und ein mögliches Ziel für sich zu finden. In Beratungsgesprächen mit Lehrern, aber auch in Kleingruppen zusammen mit befreundeten Schülern.

Schüler nehmen Hilfestellung zur Orientierung an

„Im Großen und Ganzen haben sich die meisten wirklich gut eingeschätzt. Nur einige Schüler haben ein wenig gespielt“, sagt Lehrer Meinolf Hüllmann – von Rektor Bernhard Hilgenkamp zum „Ziehvater des Projekts“ ernannt. Als Hüllmann von Hilgenkamp in dessen Rede zu Beginn der Urkundenverleihung namentlich erwähnt wird, applaudieren die Schüler besonders laut. Ein gutes Zeichen dafür, dass die Jugendlichen die Arbeit in den vergangenen Wochen nicht als überflüssig empfunden, sondern diese Hilfestellung auf dem Weg zur Berufswahl angenommen haben. Das zeigt auch die Auswertung einer Befragung, die die Realschule im Anschluss an das Projekt vorgenommen hat: Satte 98 Prozent bewerteten den Berufsnavigator als hilfreich, 97 Prozent hielten die Einschätzung ihrer Mitschüler außerdem als zutreffend. Auf den Zertifikaten steht nun schwarz auf weiß geschrieben, was die Neuntklässler während des Projekts gemacht haben und welcher Beruf für sie in Frage kommt.

„Das solltet ihr euch über das Bett hängen“

„Das solltet ihr euch über das Bett hängen. Dort steht: ,Was will ich erreichen und was muss ich dafür tun‘“, sagte Schulrektor Hilgenkamp. Finanziert wurde das Projekt Berufswahlnavigator an der Realschule zu 50 Prozent von der Agentur für Arbeit. Die Kreissparkasse spendete 25 Euro pro Schüler. Den Rest steuerte der Förderverein der Schule hinzu. Welche Bedeutung die erste Entscheidung in Sachen Job hat, verdeutlichte Frank Dreismickenbecker von der Kreissparkasse: „Ich erlebe es oft genug bei Auszubildenden, dass der Berufswunsch falsch war. Also nehmt das ernst.“

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