Schnitzel-Essen entpuppt sich als Kaffeefahrt
Bild: Munkelt
Wer eine Einladung zum kostenlosen Schnitzel-Essen in einer örtlichen Gaststätte bekommt, sollte das Schreiben erst dem Verler Ordnungsamt melden und es dann in die Altpapiertonne werfen. 
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Man feiere schließlich ein Jubiläum, schrieb das einladende Unternehmen, das sich als „der Partner Ihres Vertrauens in Ihrer Nähe“ tituliert. Jeder Gast sollte außerdem einen reichlich gefüllten Präsentkorb und einen Warengutschein im Wert von 79 Euro erhalten.

Statt Präsentkorb gab es überteuerte Matratzenauflage

Die angeschriebene Frau informierte das Verler Ordnungsamt – und das sprengte die Veranstaltung. Nachdem Thomas Danzi vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadt und seine Kollegin Susanne Lükewille von der Veranstaltung erfahren hatten, gingen sie gemeinsam mit der eingeladenen Verlerin und deren Mann dorthin – zunächst, ohne sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts zu erkennen zu geben. „Das haben wir erst getan, nachdem ein Gast einen Kaufvertrag für eine vollkommen überteuerte Matratzenauflage unterschrieben hatte, die als Wundermittel gegen Rückenschmerzen angepriesen wurde“, erzählt Thomas Danzi.

„Die Verkaufsmethoden sind so ausgeklügelt, dass man wirklich leicht darauf hereinfallen kann.“ Dazu gehörte auch der angebliche „Vorzugspreis“ von 898 Euro. „Normalerweise koste die Auflage das Doppelte, sagte der Verkäufer“, berichtet Danzi weiter. Der Verwaltungsmitarbeiter hat inzwischen recherchiert, dass der wahre Wert wohl bei gerade einmal 80 Euro liegt.

„Den Leuten sollte mit Versprechungen, für die es keinerlei Belege gibt, für billige Ware viel Geld aus der Tasche gezogen werden“, ärgert sich Danzi. Der Kunde, der bereits unterschrieben hatte, konnte seinen Kauf rückgängig machen. Thomas Danzi und seine Kollegin beendeten den Verkauf – und warnen alle, die ähnliche Briefe bekommen. „Wer eine solche Einladung erhält, bei dem sollten alle Alarmglocken schrillen“, betont der Verwaltungsmitarbeiter. „Bei solchen Veranstaltungen handelt es sich um nichts anderes als Kaffeefahrten.“

Vorfälle ans Ordnungsamt melden

Thomas Danzi bittet alle Empfänger, solche Schreiben an den Fachbereich Sicherheit und Ordnung im Rathaus weiterzuleiten, damit die Stadt die Sache prüfen und gegebenenfalls unterbinden kann. Er blickt auch über die Stadtgrenze hinaus: „Wenn die Veranstaltung nicht in Verl, sondern irgendwo anders stattfindet, wüssten wir ebenfalls gern Bescheid, denn dann können wir die Kollegen des dortigen Ordnungsamts verständigen.“

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