Sekundar- oder Gesamtschule für Verl?
Bild: Ackfeld
Bernhard Klotz (stehend), ehemaliger Leiter der Hauptschule, warb im voll besetzten Pfarrheim für eine Gesamtschule.
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„Trotz der anerkannt guten Arbeit der Hauptschule wird es keine steigenden Schülerzahlen geben“, sagte Dirk Hildebrandt, Leiter des Fachbereichs Schule bei der Stadt, vor 300 Zuhörern. Sie waren auf Einladung der Kolpingsfamilie in das Pfarrheim St. Anna gekommen.

Die Ausgangslage: 1200 Schüler besuchen im Moment das Gymnasium, 760 die Realschule und nur noch 370 Kinder die Hauptschule. Und letztere verlassen als nächstes noch zwei starke Jahrgänge. Im vergangenen Jahr meldeten nur noch 33 Eltern ihre Kinder für die Hauptschule an.

Die Frage, die sich nun stellt: Bekommt Verl eine Sekundar- oder eine Gesamtschule? Vor allem Informationen wurden ausgetauscht und die Probleme der Eltern erörtert. Ein Dorn im Auge ist den Verlern der gebundene Ganztag, der sowohl in der Gesamt- als auch in der Sekundarschule vorgesehen ist. Die Kinder sind also verpflichtet, am Nachmittagsunterricht teilzunehmen. „Warum muss man mit Gewalt den Eltern den Ganztag aufzwingen?“, fragte ein Zuhörer. Den gebundenen Ganztag aber sehen die Ausführungsbestimmungen des Landes vor.

Bei der Frage nach Sekundar- oder Gesamtschule gingen die Meinungen auseinander. Bernhard Klotz, ehemaliger Direktor der Hauptschule, warb für eine Gesamtschule. „Das ist die bessere Lösung. Wenn es eine Fusion von Real- und Hauptschule zu einer Sekundarschule gibt, gibt der Stärkere den Ton an. Und das ist die Realschule. Bei der Neugründung einer Gesamtschule müssten sich beide Partner Gedanken machen.“ Was gegen eine Gesamtschule spricht: Sie würde in Konkurrenz zum Gymnasium treten. Auch deshalb empfahl CDU-Bildungsexperte Klaus Kaiser, eine Sekundarschule zu gründen.

Fakt ist: Eine Entscheidung soll bis zu den Sommerferien fallen. Der Fahrplan: Am 30. Januar werden in einer Sitzung des Schulausschusses weitere Details vorgestellt, dann die Eltern von Kindern der Grundschulklassen zwei und drei befragt. Von der Hauptschule wird dann wohl keine Rede mehr sein.

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