Senioren-Residenz: Politik redet mit
Bild: Ackfeld
Eine Zunahme des Verkehrs fürchten die Anlieger der Königsberger Straße, wenn die Lindhorst-Gruppe auf dem Acker (links im Bild) in einem ersten Schritt zwei Stadtvillen mit insgesamt 22 Wohnungen sowie eine Senioren-Residenz mit 80 Pflegeplätzen errichtet.
Bild: Ackfeld

Denn die Stadt hat ein Wörtchen mitzureden bei der Entscheidung, ob auf dem Grundstück neben der evangelischen Kirchengemeinde Stadtvillen mit bis zu 44 Wohnungen sowie eine Senioren-Residenz mit 80 Pflegeplätzen entstehen. Und die Kommune will ihr Mitspracherecht auch nutzen.

Am Montag, 4. Februar, wird über das Projekt in einer Sitzung des Ausschusses für Bildung, Schule, Kultur und Generationen gesprochen. „Dann werden wir erörtern, ob es Sinn ergibt, eine weitere Einrichtung in Verl gut zu heißen“, stellte Bürgermeister Michael Esken am Donnerstagabend klar. Erst wenn die Antwort positiv ausfällt, will die Verwaltung Baurecht an der Stelle herstellen. Ansonsten bleibt der Acker eben ein Acker. Knackpunkt sind die Zahlen: Die Frage ist zum Beispiel, ob in Verl überhaupt Pflegeplätze fehlen.

Susanne Thon, Geschäftsführerin der Lindhorst-Tochter Mediko (diese Firma soll das Seniorenzentrum betreiben), präsentierte in der Bürgerversammlung eine Berechnung, nach der derzeit in Verl 84 Betreuungsplätze fehlen. 2030 sollen es schon 160 sein. Das ist aber nur eine Prognose des Unternehmens. Der Kreis Gütersloh sieht im aktuellen Pflegeplan bis Ende 2020 insgesamt keinen Bedarf im Bereich vollstationären Pflege. Und auch für Verl ist der Bedarf nach Ansicht des Kreises gedeckt.

Im Ausschuss am 4. Februar, der ab 18 Uhr öffentlich in der Mensa im Schulzentrum tagt, wird es deshalb wohl um die Frage gehen, welchen Bedarf es in Verl wirklich gibt und welche Auswirkungen der Bau einer Senioren-Residenz in Sürenheide auf bestehende Einrichtungen in Verl und Kaunitz hat. „Die Plätze werden nicht nur mit Sürenheidern belegt werden“, sagte der Erste Beigeordnete Heribert Schönauer mit Blick auf das Vorhaben der Lindhorst-Gruppe.

Experten des Kreises werden deshalb in der Ausschusssitzung ebenso dabei sein wie ein Vertreter des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Und natürlich der Lindhorst-Gruppe. Susanne Thon betonte, dass die Anlage eine gewisse Größe benötige, um alle Bereiche effizient mit Personal abdecken zu können. Deshalb hat sich das Unternehmen auch gegen den Alternativstandort neben der Grundschule entschieden. Das Grundstück dort war nach Angaben des Architekten Jens Kalkmann zu klein. Sicher ist schon jetzt: Selbst wenn die Politik die Pläne durchwinkt: Vor 2022 öffnet die Residenz nicht.

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