Sommeratelier mehr als Entspannung
Bild: Ebbesmeyer
Einer Salinenlandschaft bei Venedig widmet sich Gisela Westergerling beim Sommeratelier im Droste-Haus. Ihr geht es wie den übrigen Teilnehmern: „Hier finde ich die nötige Zeit und Ruhe, um an meinen Bildern zu arbeiten.“
Bild: Ebbesmeyer

Für 13 Frauen und einen Mann ist die Woche Entspannung pur, beinahe Urlaub. Jedenfalls, wenn es nach der Definition von Ulrike Laubinger geht. Die Gütersloherin ist zum wiederholten Mal im Sommeratelier dabei. „Urlaub heißt doch nicht, dass man nix tut“, sagt die Grundschullehrerin, „es ist vielmehr Zeit für Dinge, die man gern tut.“

Für die Malerinnen und Maler ist diese Woche eine solche Zeit. „Auch, wenn Malerei Arbeit bedeutet“, wie Gisela Westergerling betont. Die Druffelerin ist mit einer Salinenlandschaft bei Venedig beschäftigt. „Hier finde ich Zeit und Ruhe, an meinen Bildern zu arbeiten“, sagt sie. Gern nimmt sie die Tipps an, die Profikünstlerin Yvonne Sneller ihr und den übrigen Teilnehmern gibt. „Ich bin auch hier, um zu lernen“, sagt Westergerling. „Beispielsweise, um einen besseren Blick zu bekommen für Tiefe, für Hell und Dunkel, für Formen, Perspektive und Dreidimensionalität.“

Kritik trägt zur Verbesserung bei

So, wie Marion Felter-Kruse auch. Die Stukenbrockerin hat im vergangenen Jahr mit einem Dschungelmotiv begonnen. Aus dem Dickicht lugt ein Tiger hervor. „Ich habe das Bild immer mal wieder zur Seite gelegt und dann nach einer Weile weiter daran gearbeitet“, sagt sie. Sie mag „knallige, intensive Farben und hat sich für die Ölmalerei entschieden. „Was ich am Sommeratelier so schätze, ist die gute fachliche Auseinandersetzung“, sagt Marion Felter-Kruse. „Und dass Yvonne Sneller mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg hält.“ Kritik trage doch zur eigenen Verbesserung bei.

Das empfindet auch Reinhard Kleßmann, der einzige Mann in der Runde. „Ich erlebe hier Entspannung und Erholung beim Malen“, sagt er und verbessert gerade die Körpersprache seiner beiden Senioren, die auf Amrum einen Bohlenweg entlanggehen. „Yvonne Sneller sagt uns schon deutlich, wo es hingehen soll mit einem Bild“, so Kleßmann. „Aber sie pfuscht in den Arbeiten nicht herum, wie das andere machen.“ Vielmehr schärfe die Dozentin das Auge für jedes Detail.

Sehen lernen, darum geht es Yvonne Sneller unter anderem. Die Künstlerin lobt den Arbeitswillen der Teilnehmer, „die sich mit der nötigen Ernsthaftigkeit mit der Malerei und mit ihren Bildern auseinandersetzen“. Und fünf Tage lang jeweils acht Stunden am Tag zu arbeiten, sei schon eine Leistung. Und dabei sollten alle „ihre eigene Sache machen und eine eigene künstlerisch

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