Spaß mit Renate - dem Virus zum Trotz
Bild: Tschackert
Angeschlagen: Schauspielerin Anke Siefken schlug sich in der Rolle der Renate Bergmann tapfer, musste aber nach einer halben Stunde einem Magen-Darm-Virus Tribut zollen.
Bild: Tschackert

Rohde schlüpfte am Freitagabend unfreiwillig selbst in die Rolle seines eigenen Pseudonyms. Der Grund: Anke Siefken, die als Renate Bergmann den vergnüglichen Leseabend bestreiten sollte, musste im Zehn-Minuten-Takt die Bühne verlassen. Nicht weil ihr die Rolle der Vierfachwitwe und patente Online-Omi, die seit 2013 die Bestsellerlisten unsicher macht, aus dem Hals gehangen hätte, sondern weil ein Magen-Darm-Virus seinen Tribut forderte.

Torsten Rohde las letztlich selbst aus dem fünften Bergmann-Buch „Wer erbt, muss auch gießen“. Die Figur Renate Bergmann ist durch nichts und niemanden zu erschüttern. Und so wie Schauspielerin Anke Siefken die Rolle verkörpert, glaubte man der Mimin das auch. Aber gegen einen Magen-Darm-Virus ist man einfach machtlos. „Solange Sie damit klarkommen, können wir mit der Situation offen umgehen“, bewies Siefken nach Unterbrechung Nummer zwei Galgenhumor und unternahm einen letzten Versuch, den Abend über die Bühne zu kriegen. Vergeblich.

Das Publikum zeigte viel Mitgefühl mit der Schauspielerin. Eine Zuschauerin bat die Akteurin, sich nicht unnötig zu quälen. Eine andere meinte: „Ich traue mich gar nicht zu lachen, sie tut mir so leid.“ Keine zwei Minuten später musste die Schauspielerin wieder von der Bühne.

Dass es trotzdem ein Abend mit einem Happy End wurde, lag am Mut und Willen zur Improvisation und einem Publikum, das Verständnis für die außergewöhnliche Situation hatte. Bevor Anke Siefken den Stab endgültig an Torsten Rohde weiterreichen musste, hatte das Publikum sie rund 30 Minuten lang in der Rolle der Renate Bergmann erleben dürfen. 82 Jahre alt, vierfache Witwe und „immer noch auf Zack“, wie sie von sich behauptet. In „Wer erbt, muss auch gießen“ ist Renate zu Geld gekommen. Aktien! Den Reichtum gilt es vor Tochter Kirstin zu schützen, die ihre Praxis in ein, wie Renate sagt, „Gesundheits- und Entspannungszänter für Haustiere“ umbauen und Wassergeburten für Katzen anbieten will.

Renate will vielmehr mit Freundin Gertrud, die schon seit 20 Jahren am Sterben ist, eine Kreuzfahrt machen. Gertrud lebt in Verhältnissen, die keiner durchblickt, wie Renate feststellt. „Als ich angeregt habe, die Verhältnisse mit einer zweiten Ehe zu ordnen, hat sie zu mir gesagt: Renate, wer kauft schon ein ganzes Schwein, nur weil er ab und zu mal Wurst essen will?“

Den vollständigen Bericht finden Sie in der „Glocke“ von Montag, 23. Januar!

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