Sport bis Beratung – alles ist möglich

Für ältere Semester ist die Seniorenbegegnungsstätte am Marktplatz gedacht. Heißen darf sie so aber nicht. Das Wort Senior könnte ältere Menschen abschrecken.

„Älter sind immer die anderen. Der 50-Jährige bezeichnet den 60-Jährigen als Senior, der 60-Jährige den 70-Jährigen und der 70-Jährige den 80-Jährigen“, sagt Heribert Schönauer, der zu den Kosten für den Umbau des Gebäudes am Montag noch keine Angaben machte. Der Erste Beigeordnete im Verler Rathaus treibt das Projekt zusammen mit Barbara Menne, Leiterin des Fachbereichs Soziales, voran.

Ausgewertet sind mittlerweile die vielen Wünsche, die im Rahmen der Messe 55 plus (auch hier darf das Wort Senior nicht mehr fallen) geäußert worden sind. Ganz oben steht: ein anderer Name. „Kein Bezug auf Senioren“, schreibt die Stadt in einer Präsentation, die der Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Generationen am Montagabend vorgelegt bekam. Die von Lothar Kletzin (SPD) vorgeschlagene Bezeichnung Oldie-Treff wird es jedenfalls eher nicht. Heribert Schönauer kann sich vorstellen, dass noch einmal öffentlich über den richtigen Namen diskutiert wird. Denkbar ist auch ein Wettbewerb.

Inhaltlich aber ist klar, wohin die Reise gehen wird. Es soll eine Einrichtung entstehen, in der es 365 Tage im Jahr Angebote für Senioren, pardon ältere Semester, gibt. Vorträge sind in der neuen Einrichtung ebenso denkbar wie Bildungsangebote, Spielenachmittage, Filmvorführungen, Beratungen und sportliche Aktivitäten. Hinzu kommen ein Mittagstisch und die Möglichkeit, Kaffee zu trinken. Auch im Innenhof, in dem die Post derzeit die Pakete verlädt, sollen Tische und Stühle aufgestellt werden können. Heribert Schönauer sprach von einem Biergarten.

Weitere, im Rahmen der Seniorenmesse, geäußerte Wünsche: Projekte für mehrere Generationen und auch für Menschen unter 60 Jahre. Vereine sollen mit eingebunden werden. Und dann soll ein Leseraum geschaffen werden. Außerdem soll das Gebäude W-Lan erhalten. Das sind Punkte, die die Stadt schon im Blick hat. Genauso wie ein offenes Bücherregal und einen EDV-Raum. Ein Reparaturcafé ist ebenso denkbar wie gemeinsames Kochen und Gesprächskreise.

Eines aber stellte Heribert Schönauer mit Blick auf den Wunsch nach Angeboten für mehrere Generationen klar: „Es wird kein Begegnungszentrum werden, wo alles stattfindet.“ Also kein Jugend- oder Familienzentrum. Es wird eine Seniorenbegegnungsstätte. Auch wenn sie nicht so heißen darf.

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