Stadt benötigt mehr Wohnraum
In Verl soll mehr gebaut werden. Das ist ein Ergebnis der Untersuchungen des Büros BKR. Insgesamt 17 Hektar für Wohnraum sind zusätzlich nötig.

Klar ist, dass Verl bis 2030 weiter wachsen wird. Je nach Prognose werden zwischen 27 850 und 26 260 Einwohner erwartet. Und die Menschen müssen irgendwo leben. Es ist heute schon schwierig, in Verl ein Haus oder eine Wohnung zu finden.

Birgit Kranefeld vom Büro BKR, das das Entwicklungskonzept für die Kommune erarbeitet, berichtete, dass in Verl vor allem kleine Wohnungen fehlten. Es gebe kaum Leerstand. Der Rückgang der Bautätigkeit in der Stadt sei in den vergangenen zehn Jahren höher als in Vergleichsregionen gewesen.

Eigenheim-Quote 54 Prozent

Insgesamt gibt es in Verl derzeit 6183 Gebäude mit Wohnraum. 88 Prozent davon sind Einfamilienhäuser. Insgesamt gibt es 10 137 Wohnungen. Davon werden 54 Prozent von ihren Eigentümern bewohnt. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen beträgt die Eigenheim-Quote 40 Prozent. 240 Einheiten gibt es im Bereich geförderter Wohnbau. Die durchschnittliche Wohnfläche von 46,65 Quadratmetern pro Person entspricht dem Landesdurchschnitt.

Insgesamt gibt es in Verl 556 Hektar Wohn- und Mischbauflächen. 58 Hektar davon sind unbebaut. Sie verteilen sich auf insgesamt 194 Flächen. 23 Hektar davon sind nicht verfügbar. Bleibt eine Reserve von derzeit 35 Hektar. Dabei handelt es sich um Grundstücke, auf denen theoretisch Wohnbau möglich ist. Nur sind diese Flächen mehrheitlich nicht im Besitz der Stadt. Dennoch werden sie bei der Fortschreibung des Entwicklungskonzepts eingerechnet.

17 Hektar werden benötigt

Birgit Kranefeld kommt zu dem Ergebnis, dass ein zusätzlicher Bedarf von 17 Hektar für Wohnbau besteht. Neue Wohngebiete sollen sich an bestehende Siedlungsbereiche anschließen. „Ein Verl-Nord wird es nicht geben“, sagte die Expertin. Sie hat Potenzialflächen ermittelt: nördlich der Sürenheider Straße, einige Flächen in Bornholte sowie im Verler Süden und am Westring im Bereich Westfalenweg. Dabei handelt es sich aber zunächst nur um eine formale Untersuchung und nicht um konkrete Pläne für neue Wohngebiete.

Kranefeld bezeichnete Verl als familienfreundlichen Wohnstandort. Als Stärken nannte sie das moderne Erscheinungsbild, die Lage in der Entwicklungsregion Ostwestfalen-Lippe und die Freizeitqualitäten. Verl habe die Chance, sich als Standort für hochwertige Architektur zu etablieren.

Anbindung soll verbessert werden

In dem Entwicklungskonzept Verl 2030 werden auch die Grünflächen näher betrachtet. Vor allem geht es dabei um Erholungsgebiete. Laut Birgit Kranefeld vom Büro BKR soll die räumliche und funktionale Verknüpfung der Wohngebiete mit dem Freiraum verbessert werden. So kann sie sich vorstellen, die Anbindung von Kaunitz an das Steinhorster Becken zu verbessern. Gleiches gilt für Verl und den Holter Wald.

Bürgerversammlung geplant

Mit dem Bau des Rad- und Gehwegs zwischen der Straße Zum Meierhof und dem Regenrückhaltebecken Hauphoff sei die Anbindung des Zentrums zum Verler See dann abgeschlossen, so Kranefeld. Im Rahmen einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 13. Juli, haben Interessenten nun die Möglichkeit, sich einzubringen. Das Konzept wird ab 18 Uhr im Rathaus noch einmal vorgestellt. Danach besteht an den Stationen Wohnraum, Freiraum/Erholung sowie Zukunftsthemen die Chance zum Gespräch.

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