Stadt plant Nahwärmenetz für Kaunitz
Die Grundschule in Kaunitz wird derzeit umgebaut. Künftig soll in dem Gebäude auch die Heizzentrale für das neue Nahwärmenetz untergebracht werden. Die Verwaltung plant nach dem Ausbau in Verl nun erstmals in einem Ortsteil eine Vernetzung.

Das geht aus einer Vorlage für den Betriebsausschuss hervor, der sich am Donnerstag, 4. Oktober, ab 18.30 Uhr in einer öffentlichen Sitzung (Mensa im Schulzentrum) mit dem Thema beschäftigt. Die Energieagentur Lippe hat eine Machbarkeitsstudie erstellt. Das Ergebnis: Mit der Erzeugung der Wärme aus einer Kombination von Blockheizkraftwerk, Pufferspeicher und Spitzenlastgaskessel sei ein betriebswirtschaftlicher Überschuss möglich. Kurz: Es geht.

„Im Zentrum der Planung für die Versorgung des Netzes steht eine neue Heizzentrale in der Grundschule Kaunitz“, heißt es in dem Gutachten. Von dort aus sollen die Gebäude in der Umgebung versorgt werden können. Konkret geprüft haben die Experten drei Varianten, die sich vor allem in der Größe des Netzes unterscheiden.

Die Minimalvariante sieht vor, die Grundschule, die Kita Kleine Strolche nebenan sowie das neue Sportlerheim des FC Kaunitz mit Energie zu versorgen. Das Gebäude am Sportplatz wird derzeit errichtet. Variante zwei sieht vor, zusätzlich die derzeit in Planung befindlichen Häuser der Kommunalen Haus und Wohnen (KHW) an der Straße Zum Sennebach an das Netz anzuschließen. 32 Sozialwohnungen könnten dort mit Energie beliefert werden. Die Stadt ist an dieser Gesellschaft beteiligt.

Und dann gibt es noch Variante drei. Sie sieht zusätzlich vor, auch Privatkunden ans Netz zu nehmen. Also ähnlich vorzugehen wie schon in Verl. Dort sind ganze Straßenzüge mittlerweile mit Wärmeleitungen versehen worden. Und auch dort wurde zunächst mit den Großabnehmern begonnen. Das heißt: Setzt die Verwaltung ihren Plan um, ist mittelfristig eine weitere Ausweitung des Netzes denkbar.

Davon ist zunächst aber noch keine Rede. Die Verwaltung will nun den ersten Schritt machen: „Nach der Machbarkeitsstudie ist eine Realisierung der Fernwärmeproduktion in Kaunitz durchaus sinnvoll“, heißt es in einer Vorlage für den Betriebsausschuss. Im Heizraum der Grundschule soll ein Blockheizkraftwerk installiert werden.

Der vorhandene Gasheizkessel soll zunächst weiter betrieben werden, um die Spitzen im Verbrauch abfangen zu können. Außerdem ist der Bau eines Pufferspeichers mit einem Volumen von 16 Kubikmetern vorgesehen. Bis zu 732 000 Kilowattstunden Energie könnten dann in der Grundschule insgesamt erzeugt werden.

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