Stadt will zunächst Fakten ermitteln
Bild: Ackfeld
Ist es möglich, die Paderborner Straße in Verl sicher zu queren? Bewohner des Louisenhofs haben darum gebeten, eine Querungshilfe anzulegen. Die Verwaltung will erst einmal Fakten ermitteln.
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Es geht um die Paderborner Straße. Dort ist mit dem Louisenhof ein Pflegewohnheim für Senioren entstanden. Und nebenan betreibt der Verein Daheim ebenfalls eine Einrichtung, in der ältere Menschen leben. Die Frage, die im Ausschuss für Straßen, Wege und Verkehr aufgeworfen und die Bürgermeister Michael Esken in Bürgersprechstunden schon gestellt wurde: Wie kann man Fußgängern, die nicht mehr ganz so flott unterwegs sind, eine sichere Querung der viel befahrenen Straße ermöglichen? Das ist die Frage, die die Verwaltung in den nächsten Wochen klären will.

Entgegen der Vorlage für den Ausschuss ist am Montagabend eine Querungshilfe pauschal nicht abgelehnt worden. Stattdessen sollen nun erst einmal Fakten ermittelt werden. Denn bei einem Zebrastreifen handelt es sich nach Angaben von Werner Landwehr, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, um eine verkehrsrechtliche Anlage. Heißt: Einfach so ein paar Striche auf die Straße pinseln darf die Stadt nicht.

Jetzt soll erst einmal ermittelt werden, wie viele Fahrzeuge auf der Paderborner Straße unterwegs sind und wie viele Fußgänger überhaupt an der Stelle queren wollen. Schließlich gibt es am Rathaus und am Schmiedestrang schon Mittelinseln. Nur müsste man dorthin einige Meter laufen. „Wir werden die Zahlen ermitteln und dann entscheiden“, so Werner Landwehr. Und ob das dann ein Zebrastreifen ist, ober eine andere Maßnahme, ist noch lange nicht entschieden.

Sicher ist nur, was es nicht wird: eine Querungshilfe in Form einer Mittelinsel auf der Straße. Dafür reiche der Platz nicht aus, schreibt die Verwaltung in der Vorlage. Zudem wären umfangreiche Arbeiten erforderlich. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis. Gibt es Alternativen? Ja. Zum Beispiel eine Reduzierung der dort gefahrenen Geschwindigkeit. Die Straßenverkehrsordnung ist geändert worden und erlaubt unter anderem, vor Seniorenwohnheimen eine Reduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde festzuschreiben. Das ist eine denkbare Variante an der Paderborner Straße.

Möglich wäre theoretisch auch eine Fußgängerampel. Die lässt der Landesbetrieb Straßen NRW aber nur zu, wenn eine bestimmte Anzahl an Querungen von Fußgängern und Radfahrern an einer Stelle gemessen werden. In Kaunitz zum Beispiel versucht die Stadt seit Jahren vergeblich, eine Fußgängerampel zu errichten. Ähnlich dürfte das Ergebnis auf Höhe der Lindenstraße in Verl ausfallen.

„Irgendetwas machen wir an dieser Stelle. Ich finde es aber auch bemerkenswert, dass ein Betreiber dort investiert und nach der Fertigstellung sagt: Stadt tue etwas. Man hätte früher auf uns zukommen können“, sagte Bürgermeister Michael Esken. Im Frühjahr 2018 soll das Thema erneut diskutiert und entschieden werden. Und eventuell ist der Nobilia-Zebrastreifen bald nicht mehr allein in der Stadt.

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