Technikum will bei Standortwahl mitreden
Bild: Tschackert
Blickten während der Jahreshauptversammlung auf ein erfolgreiches Jahr für das Mint-Technikum zurück: (v. l.) Johann Berenbrinker, ehemaliger und jetzt stellvertretender Jugendvertreter, der Vorsitzende des Trägervereins, Matthias Stickling, Geschäftsführer Josef Avenwedde und der zweite Vorsitzende Sven Miehe.
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„Es ist ja schön und wirklich toll, dass sich so viele Gedanken, um uns machen. Aber wir müssen als Verein erst einmal wissen, was wir wollen und uns positionieren“, sagt Matthias Stickling im Gespräch mit der „Glocke“. Einige Parteien, allen voran die CDU, hatten die Idee ins Spiel gebracht, das Mint-Technikum von der Peripherie am Papendiek ins Zentrum zu holen. Zum Beispiel ins Schulzentrum.

Ihn störe, dass viel über die Köpfe des Technikums hinweg über dessen Zukunft gesprochen würde. Die Überlegungen kommen nicht von ungefähr. Immerhin muss der Verein mehr als jeden zweiten Euro für Miete und Nebenkosten ausgeben. Das jedenfalls weist der Finanzbericht 2017 so aus. 27.800 Euro inklusive Neben- und Reinigungskosten hat der Verein dafür im Finanzplan 2018 verankert. Eine Summe, die auch noch in den kommenden fünf Jahren fällig sein wird. So lange läuft der Mietvertrag nämlich noch. Zumindest konnte der Trägerverein seine Rücklagen um fast 3000 Euro auf 14.331 Euro aufstocken. „Dadurch haben wir ein bisschen mehr Reserve, um das kommende Jahr zu überstehen“, erklärte Josef Avenwedde.

Die Mietkosten sind für den Mint-Geschäftsführer Josef Avenwedde aber nicht das Kernproblem. Eher ist es die nach wie vor mangelnde Bereitschaft der Industrie im Kreis Gütersloh, Mitglied im Mint-Technikum zu werden. „Ein so wirtschaftsstarker Kreis muss doch in der Lage sein, einen solchen Verein finanziell zu tragen. Immerhin sind doch die Unternehmen die Nutznießer unserer Arbeit. Jeden Tag steht bald ein Artikel über den Fachkräftemangel in der Zeitung“, sagte Josef Avenwedde. An dem Jahresbeitrag von 1000 Euro für Firmen könne es nicht liegen. „Das ist ein Betrag, der wird teilweise für externe Berater an einem Tag bezahlt“, berichtet der Geschäftsführer, der die Einrichtung federführend mit aufgebaut hat.

Trotzdem ist es erklärtes Ziel, die finanzielle Basis dauerhaft durch Firmenbeiträge sicherzustellen. Mit vier neuen Unternehmen, die Mitglied geworden sind, ist die Akquise im abgelaufenen Jahr erfolgreich verlaufen. 22 Firmen sind jetzt dabei. Sie stehen damit für drei Viertel der Einnahmen. Insgesamt nahm der Verein 34 823 Euro ein. Zuwachs gab es auch bei Einzelpersonen (10) und Familien (7), so dass das Technikum jetzt 115 Mitglieder zählt.

Zwei Wahlen standen noch auf der Tagesordnung: Hendrik Goebel wurde zum Jugendvertreter gewählt, sein Vorgänger, Johann Berenbrinker, zum Stellvertreter.

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