Trauer um Pater Josef Dresselhaus
Der Geistliche in seinem Element: Afrika war für Pater Dresselhaus eine zweite Heimat geworden. Der Liemker ist jetzt im Alter von 96 Jahren gestorben.

Der Afrikamissionar wurde 1916 in Kaunitz-Liemke geboren. Er zählte Zeit seines Lebens zu den weltmännischen Priestern, denen kaum ein Leid verborgen blieb und die ihr Leben ganz in den Dienst der Menschen stellten. Das Vorbild, das ihm seine Eltern in einem christlich geprägten Haus gaben, und sein tiefer, unerschütterlicher Glaube verliehen ihm die Kraft für seinen priesterlichen und missionarischen Einsatz. Dafür wurde er geschätzt, nicht nur in seiner Heimat, sondern vor allem in der nördlichen Diözese Malawis, in Mzuzu. Für die Afrikaner war und bleibt er nur der Bambo Josef – Vater Josef.

Pater Dresselhaus wuchs auf dem Hof Dresselhaus in Liemke am Röwekamp auf, besuchte die einzügige Liemker Schule und entschied sich 14-Jährig für den Besuch des Pro-Gymnasiums der Weißen Väter in Rietberg. In Groß-Krotzenburg legte er sein Abitur ab. Seinen Wunsch, Priester und Missionar zu werden, vereitelte zunächst der Krieg. Als er 1949 völlig entkräftet und todkrank aus russischer Gefangenschaft entlassen wurde, äußerte er erneut seinen Wunsch, Priester zu werden – überzeugt von einer tiefen Berufung. 

Er trat in den Missionsorden der Weißen Väter ein und studierte in Holland und Schottland. Schon 1954 weihte ihn der Erzbischof von Edinburgh, Joseph Gray, zum Priester. Wenig später fand zu seiner Heimatprimiz eine bewegende Feier in Liemke statt. Nur wenige Wochen später befand sich der Neupriester bereits auf dem Weg nach Afrika. 15 Missionsstationen lernte er allein in den ersten 18 Monaten kennen, weitere im Lauf seines langen Missionslebens. Schweren Herzens nahm der Missionar aus gesundheitlichen Gründen 1991 Abschied von seiner afrikanischen Wahlheimat. Er lebte zuletzt in Hörstel (Kreis Steinfurt).

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