Unternehmen kämpfen um die besten Köpfe
Bild: von Stockum
Der Kampf um die besten Köpfe hat bereits begonnen – das spüren auch Thomas Niehoff (IHK), Dr. Günther Scheipermeier, Personalchef Dr. Lars Bopf, Ausbilder Frederik Venne (alle Nobilia), Ortwin Goldbeck und Swen Binner (beide IHK).
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Nach seiner Ausbildungstour am Dienstag, in dessen Rahmen auch Nobilia besucht wurde, ist nicht auszuschließen, dass es schon bald die ersten „Goldbecker“ geben wird.

Selbstbewusst gehen Nobilia-Geschäftsführer Dr. Günter Scheipermeier und Personalchef Dr. Lars Bopf in das Gespräch mit Ortwin Goldbeck, dem IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff und IHK-Geschäftsführer Swen Binner. Die Zahlen des Küchenriesen beeindrucken die Gäste. Viel mehr aber sind sie fasziniert von dem außergewöhnlichen Engagement in Sachen Ausbildung.

Seit Jahren schon wächst die Gruppe der Lehrlinge stetig in ihrer Größe. Selbst in diesen Tagen noch werden junge Menschen eingestellt, die in wenigen Wochen in der Sürenheide oder in Kaunitz ihre Ausbildung beginnen werden. Dabei lassen Scheipermeier und Bopf keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie immer größere Kreise ziehen müssen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Denn der Erfolg sei die Summe der Leistung jedes einzelnen Mitarbeiters, sagt Scheipermeier. Und da der Küchenriese stetig wachse, werde es zunehmend schwierig, sich allein im Verler beziehungsweise Gütersloher Raum mit ausreichend Ausbildungswilligen eindecken zu können.

Dabei sind die Kriterien gar nicht einmal so streng. „Das Gesamtbild muss passen“, erklärt Bopf am Dienstag. Wichtiger als der Notendurchschnitt seien vielmehr Motivation und Zuverlässigkeit. „Wir müssen von unseren Bewerbern überzeugt sein, dass sie zu ‚Nobilianern‘ werden wollen“, ergänzt Scheipermeier. Die Liste dessen, was das Unternehmen bereit ist, für seine Azubis zu tun, ist lang. Außerdem darf jeder der aktuell 85 Lehrlinge – 33 kommen in den nächsten Wochen dazu – übernommen zu werden.

Denn auch daran lässt Nobilia keinen Zweifel: Der Küchenhersteller bildet nicht für den freien Markt, sondern zuerst Fachkräfte für das eigene Unternehmen aus. Dabei muss die Firma am Ball bleiben, will man nicht vom eigenen Erfolg überrollt werden. Insbesondere vor dem Hintergrund des ausgeprägten Auslandsgeschäfts werden beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse mehr und mehr unverzichtbar.

„Man kann nur erfolgreichen Export betreiben, wenn man zum ausländischen Partner sagen kann: Mach dir keine Sorgen, wir können mit dir reden.“ Nobilia-Geschäftsführer Dr. Günter Scheipermeier muss den IHK-Vertretern am Dienstag nicht lange erklären, warum das Unternehmen seinen Auszubildenden kostenlosen Fremdsprachenunterricht inklusive zweimonatigem Auslandsaufenthalt mit Intensivkursus, Unterbringung in einer Gastfamilie sowie Praktikum bei einem Partner anbietet.

Darüber hinaus gehören Teambildungsfahrten, Knigge-Seminare, Schulungen in Sachen Rechte und Pflichten sowie Nachhilfe und vieles mehr zum Programm. Die Liste ist lang und das Engagement erstaunlich: So beschäftigt Nobilia seit einiger Zeit sogar einen Berufsschullehrer für den kaufmännischen Bereich, der für den eigenen Betriebsunterricht verantwortlich zeichnet. Außerdem werden alle Lehrlinge im Rahmen eines Klausurenkurses auf Prüfungen vorbereitet.

Im kaufmännischen Bereich bildet Nobilia zu Fachinformatikern für Systemintegration, zu Industriekaufleuten und zum Bachelors of Arts (Fachrichtung Industrie) aus. Bei den technischen Berufen hat der Küchenriese Lehrstellen für die Berufe Tischler, Holzmechaniker, Mechatroniker, Berufskraftfahrer und Holztechnik-Ingenieur im Angebot. Als zweiten Lehrbetrieb im Kreis besuchte IHK-Präsident Ortwin Goldbeck gestern die Bio-Circle-Surface-Technology-GmbH in Gütersloh. Das Unternehmen entwickelt chemische und biotechnologische Produkte.

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