Unwetter halten Feuerwehr in Atem
Bild: Daub
Ehrungen im Löschzug Verl: (v. l.) Löschzugführer Erwin Kleinemeier mit den Jubilaren Leonhard Deinert, Herbert Hartkämper und Hermann Pape sowie Stadtbrandmeister Heiner Panreck.
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Bei der Jahreshauptversammlung erzählte der stellvertretende Löschzugführer Thomas Heitjohann die spannende Geschichte. In einem Wohnhaus hatten Techniker bei Installationsarbeiten Brandgeruch wahrgenommen. Aus einer Steckdose stieg eine leichte Rauchfahne hoch. „Wir gingen davon aus, dass es sich um einen Brand im Kamin, der mit Tafelplatten umbaut war, handelte“, so Heitjohann. „Mit einem Senkbohrer öffneten wir die rückwärtige Trennwand vorsichtig. Es rauchte daraufhin stärker. Doch wir hatten keine weiteren Erkenntnisse.“

Der Bezirksschornsteinfeger unterstützte die Feuerwehrmänner mit seiner Endoskopkamera – mit Erfolg: Das Feuer flackerte kräftig woanders, nämlich zwischen Wohnzimmer-und Gäste-WC-Wand. Die wurde mit einer Säbelsäge geöffnet – und den verblüfften Männern schlugen offene Flammen entgegen. Ein Strahlrohr kam zum Einsatz. Nach vier Stunden war das Feuer, dessen Ursache nach wie vor ungeklärt ist, gelöscht. Der angebliche Kleinbrand hatte einen Schaden im sechsstelligen Bereich zur Folge.

2013 feierte die Freiwillige Feuerwehr der Ölbach-Stadt in mehreren Großveranstaltungen ihr 100-jähriges Bestehen. Im Rückblick, betonte Heitjohann, sorgten vor allem größere Unwetter im Sommer für den Anstieg der Einsätze. Es waren 151, damit 41 mehr als 2012. Das Tief „Manni“ erwischte die Stadt Verl voll und brachte die Bürger im blauen Rock am 21. Juni ab 1.27 Uhr in Bewegung. Im Jahresbericht heißt es: „Während einige Kameraden bei der Firma Rosenbauer in Luckenwalde weilten, um das neue Einsatzfahrzeug zu empfangen, mussten wir Daheimgebliebenen ein größeres Einsatzaufkommen abarbeiten.“ Das hieß real: Regen, Schlamm, überflutete Keller und Straßen, vor allem in Bornholte-Bahnhof und im Dalkebereich an der Isselhorster Straße, sorgten für einen 17 Stunden dauernden schweißtreibenden Einsatz, an dem sich Kaunitzer und Schloß Holter Feuerwehrleute beteiligten. 2013 galt es, 4 Mittel- und 13 Kleinbrände zu bewältigen. Dazu kamen 15 Öleinsätze, bei denen 1350 Kilogramm Bindemittel verbraucht wurden, weitere 85 Hilfeleistungen, 20 Fehleinsätze (falsche Alarmierungen) und nachbarliche Hilfen. Um 29 Prozent stiegen die Einsatzstunden, insgesamt waren es 3462.

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