Verl ist „prägnant und selbstbewusst“
Bild: Daub-Diekhoff
50 Jahre „Haus und Grund“ in Verl: (v. l.) der Ortsvereinsvorsitzende Peter Heethey, Bürgermeister Paul Hermreck, die Vorstandsmitglieder Luc Soleme und Uwe Koors, der OWL-Verbandsvorsitzende Rüdiger Dorn und Verbandsgeschäftsführer Jürgen Upmeyer.
Bild: Daub-Diekhoff

Bürgermeister Paul Hermreck (CDU) skizzzierte den Wandel in der Ölbachgemeinde vor einer geladenen Gästeschar: „Was Verl prägt, sind die Ein- und Zweifamilienhäuser. Bei uns gibt es nur wenige große Anlagen.“ Von 5816 Wohngebäuden seien 3707 (63 Prozent) Einfamilienhäuser. 1501 Häuser würden von zwei Parteien bewohnt, nur zehn Prozent von drei und mehr. 1961, im Jahr des Mauerbaus, sei Verl noch ein Bauerndorf mit vielen Kolonialwarenhändlern gewesen.

Das Stadtoberhaupt erinnerte sich: „Mitten im Ortszentrum befand sich damals die Autowerkstatt Eickelmann, die später von Opel-Nowak übernommen wurde. Daneben war das Café Selhorst. Für mich war es stets ein Feiertag, wenn ich dort eine Tasse heiße Schokolade trinken durfte.“ Die Straße nach Gütersloh sei ein „Kofferdeckel“ gewesen: „Man musste aufpassen, um nicht herunter zu fallen.“ Das Leben sei dörflich und bäuerlich dominiert gewesen. „Und man trennte noch stark zwischen evangelischen und katholischen Verlern.

Heute biete die Stadt Verl 11 704 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Aus den verbliebenen Bauern seien Profis geworden. 2500 Menschen pendelten täglich in die Stadt. „Mehr als nach draußen fahren“, sagt Hermreck. Sein Fazit: „Verl kann sich zwar nicht mit den geschichtsträchtigen Nachbarn Rheda-Wiedenbrück und Rietberg messen, denn es ist Punkt um Punkt entstanden. Aber es hat den Strukturwandel in 50 Jahren prägnant und selbstbewusst vorangetrieben.“ Dazu zähle auch die Nordumgehung, die am 10. Dezember ihr Einjähriges feiere. Der Ortskern werde im kommenden Jahr ein halbes Jahrtausend alt sein.

 „Haus und Grund“-Gastredner Rüdiger Dorn, vormals Deutschland-Präsident und jetzt OWL-Verbandsvorsitzender, bestätigte, Verl habe sich „durch viel Industrieansiedlung enorm gewandelt“. Der Ortsverein habe sein Kerngeschäft in der Ölbachstadt – die Beratung der Eigentümer bei steuerlichen und rechtlichen Problemen – ausgebaut. Das Eigentum im Wandel bedeute Freiheit: „Man muss sich im Alter nicht unterordnen, sondern kann die Zeit in der eigenen Bleibe richtig genießen.“

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