Verler Neuntklässler gehen in die Luft
Bild: von Stockum

Während der Simulator am Mittwoch Abstürze verzeiht, wird es das Gerät am Freitag, 27. Mai, während des Echtflugs wohl kaum tun.

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Letzterer Ton wird den Neuntklässlern Ende des Monats sicherlich am liebsten sein, wenn sie tatsächlich abheben. Wer sich in den vergangenen Jahren bei den Differenzierungskursen für das Fach Technik entschieden hat, dem war ein außergewöhnliches Projekt so gut wie sicher. Denn wie sonst ließe sich Begeisterung für Aerodynamik, Thermik und Co. wecken, wenn die Praxis zu kurz käme? Also hat Fachlehrer Karl Marxcord im Jahr 2000 den Kontakt zur Segelflugschule in Oerlinghausen gesucht. Es hat eine Weile gedauert, ehe die Bedenken von Schulleitung, Eltern, Gemeindeunfallverband und Regierungspräsident ausgeräumt waren.

An der Nachwuchswerbung arbeiten

 Im Jahr 2004 gingen die ersten Neuntklässler dann aber das erste Mal in Begleitung eines Fluglehrers tatsächlich in die Luft. War es zunächst mehr die Realschule, die den Kontakt zu den Fliegern in Oerlinghausen gesucht hat, so ist es mittlerweile dergestalt, dass auch umgekehrt mehr und mehr eine Art Kooperation angestrebt wird. „Wir müssen dringend mehr in das öffentliche Bewusstsein rücken und an unserer Nachwuchswerbung arbeiten“, sagt Fluglehrer Tobias Enke.

Landung ist der anspruchvollste Teil

 Er ist es auch, der am Mittwoch mit den Schülern in einem computergesteuerten Simulator in der Aula die ersten Flugversuche unternimmt. Kompass, Variometer, Fahrtmesser und Videoleinwand im Blick, steuern die Schüler den Segelflieger durch die digitalen Lüfte, kreisen über Aufwinden und machen ihre ersten Schritte auf dem feinfühligen Terrain. In freier Wildbahn wie in der Aula endet der Flug mit der Landung – generell dem handwerklich anspruchsvollsten Teil der ganzen Geschichte. Vor allem auch, weil sie zu einer Zeit stattfindet, wo die Konzentration langsam nachlässt.

Simulator verzeiht Abstürze

Während der Simulator am Mittwoch Abstürze verzeiht, wird es das Gerät am Freitag, 27. Mai, während des Echtflugs wohl kaum tun. Deshalb wird diesen Teil wie auch die anderen schwierigen Strecken des Flugs ein erfahrener Pilot übernehmen. Zwischenzeitlich aber dürfen auch die Neuntklässler an das Steuer. Die Vorfreude ist mittlerweile so groß, dass sie sich auch auf die Lehrer übertragen hat: Mehrere von ihnen wollenebenfalls unbedingt abheben.

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