Verler See - „Ein intaktes Biotop“
Nahezu still ruht der See: 7,5 Hektar ist der Verler See groß. Ergebnisoffen soll das Areal rund um das durch Sandabbau entstandene Gewässer untersucht werden.

20.000 Euro hat der Rat freigegeben, um ein Gutachten zu erstellen. Die Idee stammt von Bürgermeister Michael Esken. „Wir haben hier ein Kleinod. Es geht darum, die Potenziale zu ermitteln“, sagt das Stadtoberhaupt. Und es gehe nicht darum, einen Badesee zu schaffen, sondern schlicht um eine Bestandsaufnahme. „Man muss den Blick auch mal 500 Meter nach rechts und links schweifen lassen. Wir sehen uns das Gelände insgesamt an“, sagt Michael Esken. Ergebnisoffen soll das Areal rund um das Gewässer untersucht werden. Gespräche mit potenziellen Büros laufen derzeit.

Derzeit ist der rund 7,5 Hektar große See, der nicht unter Naturschutz steht, an den Sportfischerverein Verl-Sürenheide verpachtet. Der Vorsitzende ist skeptisch, was die Pläne der Verwaltung angeht. „Das ist ein intaktes Biotop. Der See verträgt nicht viel Störung. Wir haben einen Idealzustand erreicht“, sagt Karl Berg (Bild). Seit Jahrzehnten kümmern sich die Mitglieder um das prominenteste Verler Gewässer. Gegen Spaziergänger und Jogger hat der Vorsitzende Karl Berg nichts. Im Gegenteil: „Es hilft, wenn Bewegung am Wasser ist“, sagt der Vorsitzende.

Denn Menschen am See tragen dazu bei, den Kormoran zu vertreiben. Der Vogel darf nicht mehr bejagt werden. Zumindest eine Ausnahmegenehmigung, das Tier zu verscheuchen, hat der Sportfischerverein vom Kreis Gütersloh erhalten. Ohne diese Erlaubnis würde die Zahl der Fische im See rapide zurückgehen. Zwischen Ende September und Anfang März halten sich bis zu 1000 Kormorane am Verler See auf. Nach Angaben von Karl Berg verschlingen die Vögel 400 bis 500 Gramm Fisch täglich. Und zwar bis zu einer Größe von 50 Zentimetern.

„Der Mittelstand fehlt“, sagt Karl Berg. Große Fische wie Brasse, Hecht oder Karpfen bleiben unbehelligt, kleinere wie das Rotauge aber werden gefressen. Demnächst werden 500 Kilogramm Rotaugen im See eine neue Heimat finden. Nur durch solche Aktionen gelingt es, den Bestand stabil zu halten. Den Plan, mittelfristig ohne den zusätzlichen Einsatz von Fischen auszukommen, hat Karl Berg zu den Akten gelegt. „Durch den Kormoran ist das unrealistisch geworden“, sagt Berg.

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