Verler muss 500 Euro Strafe zahlen
Vor dem Amtsgericht musste sich ein Verler verantworten. Er hatte einen nicht angemeldeten Lastwagen auf die Gütersloher Straße gefahren.

Während der Verhandlung wird deutlich: Kleinigkeiten können den Unterschied ausmachen. Der Verler hatte einen Tag vor Heiligabend im vergangenen Jahr einen Lastwagen rückwärts auf die Gütersloher Straße rollen lassen, um auf seinem Hof klar Schiff machen zu können. Dazu hatte der 58-Jährige den Motor des 7,5-Tonners angelassen und hinter dem Steuer Platz genommen. Gas gab er nicht. Er ließ das Fahrzeug einfach rollen. Erst auf den Gehweg, dann mit zwei Reifen auf die Straße. Das alles räumt der Mann am Mittwoch vor Gericht auf ein. Und das reicht aus Sicht des Gerichts auch schon. Der Mann hat sich damit strafbar gemacht. Weil für den Lastwagen keine Versicherung bestand. Und weil der Mann keinen gültigen Führerschein für den Lastwagen vorweisen konnte.

Polizisten hatten den Vorfall am 23. Dezember 2018 gesehen und direkt die Weiterfahrt, sprich das Zurückziehen des Lastwagens in die Einfahrt, untersagt. „Ich habe gedacht, dass ich ein Fahrzeug, das nicht angemeldet ist, an einem Sonntag mal eben auf einen Gehweg fahren kann“, sagt der Angeklagte. „Das reicht schon. Der Lastwagen hat auf der Straße gestanden“, erklärt der Richter, der dem Angeklagten aber eine Brücke baut und noch einmal auf das Angebot der Staatsanwaltschaft hinweist. Die hatte im Vorfeld der Verhandlung angeboten, das Verfahren gegen die Zahlung einer Geldbuße einzustellen. Auf entsprechende Schreiben hatte der Verler im Vorfeld nicht reagiert.

Nachdem ihm der Richter am Mittwoch sanft seine Optionen aufzeigt, sieht das aber anders aus. Einfach ausgedrückt: Der Mann hat sich durch das Vorfahren des unangemeldeten Lastwagens auf Straße und Gehweg strafbar gemacht. Hinzu kommt die fehlende Fahrerlaubnis. Zahlen muss er eh.

Die Staatsanwaltschaft schlägt 500 Euro vor. Das sind 100 Euro weniger als noch im Vorfeld des Verfahrens. „Mit 400 Euro wäre ich einverstanden“, entgegnet der Verler. „Wir feilschen hier nicht“, sagt der Richter. Der Angeklagte stimmt deshalb zähneknirschend zu. Fünf Raten à 85 Euro sind ab Mitte September fällig. Hinzu kommt eine Schlussrate von 75 Euro. Zahlt er, wird das Verfahren endgültig eingestellt.

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