Verler tritt für Flutopfer in die Pedalen
Bild: Steinecke
Am 23. August startet DLRG-Mitglied Ralf Kläsener (rechts) mit dem Fahrrad zur Spendentour nach Kroatien. Christian Klotz, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Verl, unterstützt das Vorhaben.
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Mit der 1400 Kilometer langen Fahrt will Kläsener Geld für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Deutschland sammeln. „Jeder kann einen Betrag für die gefahrenen Kilometer spenden“, erklärt Kläsener seinen Plan. Verwaltet werden die Gelder über ein Spendenkonto der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG).

„Wir finden das klasse“, betont Christian Klotz, Vorsitzender der Verler Ortsgruppe, der Vereinsmitglied Kläsener nach dessen Anfrage alle Türen öffnete. Die Rettungstaucher der Verler DLRG waren als Nachrücker zusammen mit einem DLRG-Zug des Kreises Gütersloh für einen Einsatz im von der Flut betroffenen Lauenburg an der Elbe eingeplant. Ralf Kläsener, der als Einkäufer für einen technischen Textilweber tätig ist, wurde durch kroatische Lieferanten darauf aufmerksam gemacht, dass die Missstände in den Hochwassergebieten immer noch hoch seien.

Die Daten des Spendenkontos bei der Volksbank Schaumburg (Stichwort „Hochwasserhilfe Ralf Kläsener/Kroatien“) stehen auf der Internetseite der DLRG Deutschland (Startseite): www.dlrg.de

Nach einiger Überlegung entschied der stolze Vater von Baby Ole, seine Leidenschaft Fahrradfahren mit einem guten Zweck zu verbinden. Den Traum, mit dem Rad seinen Onkel Dieter Vogt auf der Insel Vir zu besuchen, hegte Ralf Kläsener schon lange. Seine Frau Ulrike bekräftigte ihn in seinem Vorhaben, so dass Kläsener an die Detailplanung ging.

Sieben Tage hat er für die 1400 Kilometer veranschlagt. „Ich sehe das sportlich“, so Kläsener, für den Sightseeing nur Nebensache ist. Da er ohne Begleitfahrzeug unterwegs ist, wird er als Fortbewegungsmittel statt eines Rennrads ein umgebautes Mountainbike benutzen. Schließlich müssen Flickzeug, Kleidung und Proviant mitgenommen werden. Übernachtet wird in Pensionen. Gebucht hat er nicht, verlässt sich auf sein Improvisationstalent: „Für ein Zimmer irgendwo wird es wohl reichen.“

Auch bei der Planung der Route hat Ralf Kläsener Mut zur Lücke. „Die Höhenmeter möchte ich gar nicht wissen“, sagt er mit Blick auf die österreichischen und slowenischen Alpen. Lediglich den höchsten Berg mit 2500 Metern hat er sich eingeprägt. Bei der Navigation verlässt er sich auf die gute alte Faltkarte, da ab Österreich kein elektronisches Material mehr zur Verfügung steht.

Die Kosten der Tour bestreitet Ralf Kläsener aus eigener Tasche. Großen Trainingsaufwand betreibt er nicht. Jeden Tag fährt er 28 Kilometer zu seiner Arbeitsstelle hin und zurück – und das bei jedem Wetter. „Auch mental bin ich also gut vorbereitet“, sagt der Verler, der nicht damit rechnet, dass es eine reine Schön-Wetter-Spazierfahrt wird.

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