Weg für eine Gesamtschule ist frei
Bild: dpa
Das Abitur wird demnächst in Verl sowohl am Gymnasium als auch an der Gesamtschule gemacht werden können. Die endgültige Entscheidung steht noch aus, aber ein klares Votum für eine Gesamtschule anstelle der Haupt- und der Realschule zeichnet sich ab.
Bild: dpa

 „Für mich stellt sich die Frage nach einer Sekundarschule nicht mehr. Ich würde für eine Gesamtschule votieren“, sagte Bürgermeister Paul Hermreck (CDU) im Anschluss an die Vorstellung des Gutachtens zur Schulentwicklungsplanung von Dr. Detlef Garbe.

Zwei Aussagen des Gutachters gaben den Ausschlag. Einerseits: „Die Gesamtschule bedeutet keine Gefährdung des Gymnasiums.“ Andererseits: „Es gibt das Potenzial für eine Gesamtschule.“ Nach Einführung der Gesamtschule im nächsten Jahr würde es dort 2019 erstmals eine Oberstufe geben. Der Gutachter rechnet nach vorsichtiger Schätzung mit 54 Oberstufenschülern. Er geht bei seiner Berechnung davon aus, dass 35 Prozent der Schüler der Gesamtschule den Sprung in die Oberstufe schaffen. Aber: Tatsächlich sei auch eine Quote von 50 Prozent und mehr nicht unrealistisch. Zwar verliert nach den Berechnungen das Gymnasium Schüler, aber nicht bedrohlich viele. Es sollen ab 2019 immer noch deutlich über 100 pro Oberstufenjahrgang sein.

Politisch gewollt ist eine Kooperation des Gymnasiums mit der Gesamtschule in der Oberstufe. Es könnte Kurse geben, in denen Schüler beider Bildungseinrichtungen sitzen. „Beide Schulformen können von einer Kooperation profitieren“, sagte Hermreck. Der Unterschied: Während Gymnasiasten in acht Jahren das Abitur machen, dauert es an der Gesamtschule neun Jahre. Garbe rechnet damit, dass 15 Prozent der Eltern ihre Kinder allein schon deshalb auf die Gesamtschule schicken werden. Jetzt fehlt nur noch eine Befragung der Eltern sowie eine Entscheidung des Rats. Beides soll eventuell sogar noch vor den Sommerferien über die Bühne gehen, machte Bürgermeister Paul Hermreck deutlich. Ende Mai sollen die Eltern befragt werden. Grundsätzlich ist der Weg für die Gesamtschule aber frei: CDU und SPD sowie Verwaltung sprachen sich dafür aus, und von der Zuschauertribüne im Rathaus, auf der viele Eltern saßen, kam Applaus, als Garbe für Verl eine Gesamtschule empfahl.

SOCIAL BOOKMARKS