Wenn der Kleiderschrank überquillt
Bild: Steimecke
Was gehört zu einem gelungenen Outfit? Was kann ausgemistet werden? Valerie Potthoff nimmt sich die Kleiderschränke der Verler vor. Bei der Arbeit sei auch viel Fingerspitzengefühl gefragt, sagt sie.
Bild: Steimecke

„Meines Wissens wird das in Verl und Umgebung noch nicht angeboten“, erzählt Valerie Potthoff. In größeren Städten sei das inzwischen der Fall. Einen feststehenden Begriff für die Tätigkeit gibt es nicht.

Dabei geht es im Wesentlichen um drei Punkte: eine Stilberatung, Aufräumen des Kleiderschranks nach der Methode der japanischen Ordnungs-Ikone Marie Kondo, Begleitung beim Einkaufen oder auch das Erledigen des Einkaufs.

Die gelernte Gymnastiklehrerin mit dem Schwerpunkt Tanz und Gestaltung hat auch eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert.

Ihr Steckenpferd ist aber die Mode geblieben. So habe sie immer Spaß daran gehabt, Freunde und Bekannte zu beraten. Nach ihrer Elternzeit stellte sich die Frage: Zurück in den alten Beruf? „Eine 40-Stunden-Woche funktioniert nicht mit dem Kind“, sagt sie. Vor dem Hintergrund war die Entscheidung, ein eigenes Geschäft aufzubauen, schnell gefällt.

Viele stehen vor ihrem Kleiderschrank und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Was bleibt, ist die Ratlosigkeit, welche Teile sich kombinieren lassen. Das liege an der Überfülltheit des Schranks und an der Unsicherheit, was zusammen getragen werden könne. Da helfe zunächst einmal: kräftig ausmisten.

Doch was darf denn noch im Schrank bleiben? „Kleidungsstücke, die glücklich machen“, sagt die Verlerin. Und selbstverständlich solche, die auch angezogen werden. Was schon seit längerer Zeit in der Ecke liegt, fliegt raus. Farblich sortiert und mit einer speziellen Falttechnik präsentiert sich so ein überarbeiteter Kleiderschrank einladend.

„Ein Teil, drei Looks“, lautet die Devise von Valerie Potthoff. Das Schöne sei, dass modetechnisch heute alles gehe. Wichtig dabei: „Es muss passen und bequem sein.“ Wenn es zwicke, sehe man das der Trägerin sofort an.

Jogginghosen in der Öffentlichkeit seien aber wenig förderlich. Die trage man besser zuhause.

Grundsätzlich sei so eine Beratung immer etwas sehr Persönliches und Intimes. Deshalb gehöre viel Fingerspitzengefühl dazu. Als ihre Zielgruppe ihrer Kleiderberatung sieht Pothoff Frauen ab 35 Jahren. „So etwas macht man, wenn sich im Leben etwas verändert.“ Das könne zum Beispiel im Beruf sein.

Allerdings würde sie auch gern Jüngeren helfen. „Ich würde ihnen erklären, nicht jedem neuen Style im Zwei-Euro-Shop hinterherzulaufen.“ Wichtiger sei es, qualitativ gute Basics mit Accessoires zu kombinieren.

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