Wursthersteller Astro ist in Schieflage
Am Berensweg in Sürenheide stellt das Unternehmen August Strothlücke Wurst und Schinken her. Damit bedient die Firma einen Markt, der hart umkämpft ist. Trotz Insolvenzantrags läuft der Betrieb mit 168 Mitarbeitern weiter.

In einer per Fax verbreiteten Mitteilung schreibt das 1920 in Gütersloh gegründete Unternehmen, dass der Geschäftsbetrieb mit den 168 Mitarbeitern vollumfänglich fortgeführt werde. „Die Arbeitslöhne sind durch das Insolvenzgeld abgesichert“, heißt es in dem Schreiben weiter.

„Es wurde ein Investorenprozess eingeleitet, um die Sanierung des Unternehmens fortsetzen zu können“, heißt es in dem Fax weiter. Ob ein Verkauf der gesamten Firma, eine Teilveräußerung oder die Beteiligung eines Investors das Ziel ist, blieb am Mittwoch offen. Beantragt wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung.

Das Amtsgericht Bielefeld hat den Gütersloher Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Er war für die „Glocke“ am Mittwoch ebenso wenig zu sprechen wie die Hamburger Wirtschaftskanzlei Dr. Staubach. Sie vertritt die Interessen des Unternehmens. Und auch die Astro-Geschäftsführer, Christian und Kai Heitmann, wollten sich nicht zu den Gründen für den Insolvenzantrag äußern.

Fakt ist, dass die Margen in der Wurst- und Fleischindustrie sehr klein sind. Der Preisdruck ist hoch. Schon vor Jahren hatte das Unternehmen von einer Erweiterung am Stammsitz in der Sürenheide Abstand genommen. Auf der anderen Seite des Berenswegs hatte Astro im neu ausgewiesenen Gewerbegebiet ein 25.000 Quadratmeter großes Areal von der Stadt erworben. Unter anderem auch deshalb war die Straße, die durch das Gebiet führt, Schinkenstraße genannt worden. Mehrfach war die Frist, in der der Wursthersteller hätte bauen müssen, verlängert worden. 2013 hatte der fleischverarbeitende Betrieb das Grundstück dann zurückgeben.

Rund 25 Prozent seines Umsatzes macht das Unternehmen im Export. Das jedenfalls hatte Geschäftsführer Christian Heitmann im vergangenen Jahr im Rahmen eines Gesprächs mit Bürgermeister Michael Esken erklärt. Im Nachgang eines Firmenbesuchs hatte die Stadt einen Bericht verschickt. „Das Auslandsgeschäft werden wir weiter ausbauen“, hatte Christian Heitmann seinerzeit betont. Geliefert werden die Waren derzeit in 25 Länder.

Das Unternehmen verarbeitet auf 15 000 Quadratmetern am Berensweg in Sürenheide rund 12 500 Tonnen Fleisch jährlich. Diese Zahlen nennt die Firma auf ihrer Internetseite. Drei Absatzbereiche gibt es: Der Einzelhandel macht nach Unternehmensangaben 60 Prozent des Umsatzes aus, der Großhandel sowie der Bereich Industrie und Catering jeweils 20 Prozent.

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