Zwei sehr unterschiedliche Pläne
Bild: Steinecke
Die Wiese zwischen Volksbank und Tankstelle an der Paderborner Straße in Kaunitz ist im Besitz der Stadt. Sie will das Areal verkaufen. Nur an wen, steht noch nicht fest.
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Errichtet werden sollen die Gebäude auf der Wiese zwischen Tankstelle und Volksbank in Kaunitz. Das Areal am Kreisverkehr in Kaunitz, rund 4000 Quadratmeter groß, ist in Besitz der Stadt. Sie will es verkaufen. Zwei Interessenten haben auf die Ausschreibung reagiert. Einmal die Volksbank Kaunitz, die auf dem Gelände ein Wohn- und Geschäftshaus errichten will. Und dann das Unternehmen Kommunale Haus und Wohnen (KHW) aus Rheda-Wiedenbrück. An dieser Gesellschaft ist auch die Stadt Verl beteiligt. Sie will geförderten Wohnungsbau an der Stelle realisieren. Die Stadt muss nun entscheiden, an wen sie verkauft. Eine Übersicht über die Vorhaben.

KHW:  Zusammen mit dem Gütersloher Architekten Norbert Beckmann will das kommunale Unternehmen 15 Wohnungen errichten, die günstig zur Verfügung gestellt werden sollen. Insgesamt sollen auf drei Ebenen 840 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Der Plan von Norbert Beckmann sieht vor, zwei Gebäudeteile durch ein geräumiges Treppenhaus in der Mitte zu verbinden. Zwischen 42 und 75 Quadratmeter sollen die Wohnungen, die barrierefrei zu erreichen sind, groß sein. Im hinteren Teil des Grundstücks würde der Parkplatz entstehen. Geplant ist eine helle Putzfassade, ein Teil würde verklinkert. „Das Grundstück ist so weit wie möglich ausgeschöpft“, sagte Norbert Beckmann. Fünf Wohnungen pro Etage sind geplant. Noch nicht endgültig festgelegt ist der Grundriss der Wohnungen. „Der Bedarf wird anhand unserer Erfahrungen ermittelt“, sagte Tobias Schirmer, Geschäftsführer der KHW. Dabei kooperiert das Unternehmen mit den Kommunen. Geplant ist ein Mietpreis von 5,25 Euro pro Quadratmeter. Auf wenig Gegenliebe stieß Beckmanns Plan, die Ausfahrt des Volksbank-Parkplatzes zu verlegen. Kunden der Bank könnten über die Stellflächen des Wohnhauses auf den Fürst-Wenzel-Platz geleitet werden und von dort zur Paderborner Straße fahren. Nach vorn könne eine gemeinsame Grünfläche entstehen. Das sei nur ein Angebot, so Beckmann. Volksbank-Vorstand Ralf Eifert reagierte umgehend: „In Deutschland gilt immer noch das Eigentumsrecht. Ich war erstaunt, dass unser Grundstück mit eingeplant worden ist.“ Nötig ist die Maßnahme für die Umsetzung der KHW-Pläne aber nicht.

Volksbank Kaunitz:  Zusammen mit dem Architekten Eckhard Send vom Verler Büro Wischke und Send will die Bank ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Grundstück neben der eigenen Filiale errichten. Der Parkplatz der Bank soll deshalb mit dem des Neubaus zusammengelegt werden. „Unser Ziel war, das Grundstück effizient zu nutzen“, sagte Send. Ein Teil der Stellplätze, die die Volksbank derzeit zu viel hat, sollen deshalb vertraglich dem Nachbargrundstück zugeschlagen werden. Entstehen soll ein Bau, der im Erdgeschoss 365 Quadratmeter für Gewerbe vorsieht. Volksbank-Vorstand Ralf Eifert denkt an Ärzte oder Dienstleister, die dort eine Bleibe finden könnten. Nicht geplant sei ein Wechsel der Volksbank in den Neubau. „Zumindest ist das nicht unsere erklärte Absicht“, sagte Ralf Eifert. Im ersten Obergeschoss könnten auf 325 Quadratmetern Wohnungen errichtet werden. Im Staffelgeschoss stehen noch einmal 225 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Markant ist die Gestaltung, die sich Eckhard Send überlegt hat. Der Architekt plant ein zur Tankstelle hin abgerundetes Gebäude. Es handele sich um einen modernen Baukörper mit Klinker, so Send im Bauausschuss. Noch keine Angaben machte Ralf Eifert zur Höhe der Miete. „Wir sind noch nicht so weit, dass wir wissen, was das Gebäude kostet“, sagte der Volksbank-Vorstand. „Wir müssen uns nach dem Markt richten.“ Schließlich will die Volksbank auch eine Rendite mit dem Bau erzielen.

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