1320 Wohnungen zusätzlich benötigt
Bezahlbare Wohnungen für Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung, einkommensschwache Haushalte und eben auch Flüchtlinge fehlen im Kreis Warendorf. Die nun notwendigen Neubauten könnten in der Region wie ein Konjunkturmotor wirken.

 Im Schnitt wurden in den vergangenen Jahren demnach allerdings lediglich rund 780 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. Deshalb warnt das Pestel-Institut: „Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, muss dringend neuer Wohnraum her. Immerhin braucht der Kreis Warendorf in diesem Jahr 2,4-mal so viele Wohnungen wie bislang jährlich überhaupt neu gebaut wurden“, sagt Pestel-Institutsleiter Matthias Günther. Auch in den kommenden Jahren müsse sich der Kreis Warendorf auf einen „hohen Wohnraumbedarf einstellen“. Es sei deshalb „zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern und beim Leerstand kräftig zu sanieren“, so das Institut.

Es fehlen bezahlbare Wohnungen

Zwei „Mangelerscheinungen“ diagnostizieren die Wissenschaftler bei der Wohnungsmarkt-Analyse für den Kreis Warendorf: „Es fehlen bezahlbare Wohnungen. Vor allem aber Sozialwohnungen. Also vier Wände für die Menschen, die sich teure Wohnungen in der Regel nicht leisten können: Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung, einkommensschwache Haushalte und eben auch Flüchtlinge“, macht Matthias Günther deutlich. Zwar sei der Geschosswohnbau in den vergangenen Jahren deutlich wahrnehmbar gestiegen, kann der Leiter des Kreisbauamts, Sigurd Peitz, feststellen, errichten worden seien aber vorwiegend Etagenwohnungen mit gehobenem Standard. Sie dienten angesichts des Niedrigzinsniveaus vorwiegend als Anlageobjekte. Der Zuzug von Flüchtlingen hat die Situation in kürzester Zeit grundlegend verändert. Noch im August hatte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln für den Kreis Warendorf festgestellt, es würde viel zu viel gebaut. Das Institut nannte damals eine Zahl von 922 fertiggestellten Wohneinheiten in 2014. Fakt ist heute, so Sigurd Peitz, dass der zur Verfügung stehende Wohnraum längst nicht mehr ausreicht. Das sei in den zahlreichen Abstimmungsgesprächen mit den Städte und Gemeinden zur Flüchtlingsunterbringung in den vergangenen Wochen deutlich geworden. Peitz: „Für Städte und Gemeinden stehen so gut wie keine Mietwohnungen mehr zur Verfügung, so dass bereits erste Neubauvorhaben begonnen und weitere geplant werden.“ Die erforderliche Anzahl, um den Bedarf zu decken, könne er jedoch nicht einschätzen

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