Absolventen werden mit Kusshand genommen
Bild: Hübl
Über die Chancen des dualen Studiums tauschten sich (v. l.) Joachim Fahnemann von der Arbeitsagentur, Landrat Dr. Olaf Gericke, Unternehmer Albert lütke Zutelgte und Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf aus.
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Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Ahlen-Münster, Landrat Dr. Olaf Gericke und Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, sind sich einig. Seit Oktober haben sich 259 Abiturienten für einen Ausbildungsplatz bei der hiesigen Agentur für Arbeit gemeldet. „Das ist eine Steigerung um 68,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, erklärte Joachim Fahnemann. Für ihn sind betriebliche Ausbildung und Duales Studium interessante Zukunftsmodelle, von denen Auszubildende und Unternehmen profitieren können. So können auf der einen Seite Arbeitgeber sehr gut qualifizierte Nachwuchskräfte gewinnen und auf der anderen Seite Abiturienten gute berufliche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sowie interessante Fortbildung- und Aufstiegsmöglichkeiten bekommen.

Beispiel aus der Praxis

Wie das in der Praxis aussehen kann, machte der Everswinkeler Unternehmer Albert lütke Zutelgte deutlich. In seiner Firma BSW Anlagenbau setzt der Metallverarbeiter, der bundesweit als Zulieferer tätig ist, auf qualifizierte Mitarbeiter. 15 Prozent Auszubildende gehören zum Stamm der 155 Beschäftigten. „Ab August nimmt erstmals einer unsere Azubis am Dualen Ausbildungssystem teil“, so lütke Zutelgte. „Er macht eine betriebliche Ausbildung zum technischen Produktdesigner und absolviert gleichzeitig ein viereinhalbjähriges Studium. Wir stehen dem sehr positiv gegenüber.“ Genauso wie Landrat Dr. Olaf Gericke. „Wir haben das Hochschulkompetenzzentrum eingerichtet, um alle Fachhochschulangebote aus der Region zu bündeln“, erläuterte er. Wer einen Ausbildungsplatz in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik oder Mechatronik habe, für den sei es kein Problem, auch einen Studienplatz in der Umgebung zu bekommen. Wer sich für eine Ausbildung im technischen Bereich entscheide, der habe zukünftig einen sicheren Arbeitsplatz, betonte der Landrat. Schließlich würden im Jahr 2030 rund 61 000 Facharbeiter fehlen. Auch Frank Tischner von der Kreishandwerkerschaft sieht im doppelten Abiturjahrgang eine Chance. „Das Duales Studium bietet eine optimale Lösung, zwei vollwertige Ausbildungen zu absolvieren“, sagt er. „Und die Absolventen werden - ganz plakativ gesagt - mit Kusshand genommen.“

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