Angeklagte „Teil von überörtlicher Bande“
Drei Angeklagte aus Hamm haben in Warendorf, Münster, Soest und Senden Luxusautos aufgebrochen. Jetzt stehen sie seit gestern vor Gericht.

Mitangeklagt ist die 29-jährige Ehefrau des Jüngeren. Dem Trio wird vorgeworfen, 27 Luxusautos aufgebrochen, daraus Navigationsgeräte, Airbags und Multifunktionslenkräder ausgebaut und diese dann in Paketen nach Litauen verschickt zu haben. Dabei sollen die Angeklagten immer nach dem gleichen Muster vorgegangen sein. Von April bis September des vergangenen Jahres sollen sie jeweils die Dreieckfenster der Fahrzeuge eingeschlagen und anschließend die verschiedenen Geräte ausgebaut haben. Teilweise hätten sie das Diebesgut in der Nähe versteckt, um es später abzuholen. Dabei wurden die Männer im September beobachtet und verhaftet. Der Staatsanwalt sah es als erwiesen an, dass die drei zu einer überörtlich agierenden Bande gehören. Insgesamt soll sich der Schaden auf mehr als 150 000 Euro belaufen. Im Rahmen der Ermittlungen seien einige Pakete beschlagnahmt worden, in denen das Diebesgut nach Litauen geschickt werden sollte. Bei ihren Raubzügen sind die Angeklagten, die alle in Hamm wohnen, in Warendorf, Münster, Soest und Senden aktiv geworden. Während der Ältere Angaben zur Person machte, machte sein Komplize vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Der 37-Jährige ist seit 2004 in Deutschland. Anfangs habe der Vater eines Kindes zusammen mit seinem Schwiegervater gebrauchte Autos nach Litauen exportiert und dort verkauft. Nach etwa zwei Jahren habe er jedoch angefangen, zu trinken und zu spielen. Damit, so sagte der Beschuldigte, sei er in die Kriminalität abgerutscht. Zwei Vorstrafen habe er bereits verbüßt. Die Frau wurde von der Kammer noch nicht befragt, da ihrem Anwalt die Akten erst kurz vor Prozessbeginn zugegangen waren. Seinen Antrag, das Verfahren gegen seine Mandantin abzutrennen und auszusetzen, lehnte die Kammer nach kurzer Beratung ab. Damit sich der Verteidiger der Frau mit den Akten vertraut machen kann, strich der Richter den nächsten Prozesstermin aus dem Kalender. Der Prozess wird nun am Montag, 7. März, fortgesetzt.

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