Auf der Suche nach verbotenen Kopien
Die Schüler der Bischöflichen Realschule in Warendorf lösen im Museum Religio in Telgte in der Atmosphäre des Jahres 1941 gemeinsam Rätsel, um verbotene Kopien der Predigten des Bischofs Clemens August Graf von Galen aufzuspüren.

Die Zehntklässler stehen im mobilen „Escape-Room“ mit dem Titel „Löwe von Münster“, der in dieser Woche Station im „Westfälischen Museum für religiöse Kultur“ macht. Sie tauchen ein in die Geschichte, in der Clemens August Graf von Galen, früher Bischof von Münster, eine wichtige Rolle spielt. „Escape-Rooms“ sind ein Abenteuerspiel, bei dem die Spieler Hinweisen folgen und Rätsel lösen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Fiktive Pfadfindergruppe

Beim „Löwen von Münster“ haben Schüler eine Stunde lang Zeit, um in der Rolle einer fiktiven Pfadfindergruppe verbotene Kopien der Predigten des Bischofs aufzuspüren. Ihr Gruppenleiter wurde dafür erst am Morgen von der Gestapo verhaftet, jetzt müssen sie die Predigten schnell aus seiner Wohnung verschwinden lassen. Kardinal von Galen hatte in seiner Predigt am 3. August 1941 öffentlich über die systematische Tötung von Menschen mit Behinderungen durch die Nationalsozialisten gesprochen. Wegen dieser und anderer mutiger Predigten gegen die menschenverachtenden Nazi-Gräueltaten wurde von Galen auch „Löwe von Münster“ genannt.

Schwere Frage

Im „Escape-Room“ im Religio-Museum müssen die Schüler nicht nur die verbotene Predigt aufspüren, sondern werden am Ende vor die Wahl gestellt: Hätten sie damals den Mut gehabt, die gefundenen Flugblätter zu verteilen? „Das ist eine schwere Frage“, findet Cleo Laagland. Die 16-Jährige hat das Rätsel mit ihrer Gruppe in nur 42 Minuten gelöst - maximal eine Stunde hatten die Schüler Zeit. „Vielleicht wenn wir damals mehrere gewesen wären, eine Clique, und wir hätten die Flugblätter zusammen verteilt, dann vielleicht schon, aber alleine hätte ich mich das nicht getraut“, gibt sie zu.

SOCIAL BOOKMARKS