Auf der Wiese ist was los
Foto: Borgmann

Heide Nöh und Burkhard Stratmann vom Verein für Natur- und Umweltschutz Kreis Warendorf begutachten wilden Fenchel auf der „Glocke“- Blumenwiese in Neubeckum. Das Gewächs ist auch sofort am Geruch zu erkennen.

Foto: Borgmann

Treffpunkt für die Führung über die „Glocke“-Blumenwiese und zum angrenzenden Naturschutzgebiet war das Redaktionsmobil auf dem benachbarten Wanderparkplatz. Das Foto zeigt (v. l.) Landwirt Hubert Anxel mit Hündin Frieda, „Glocke“-Redakteur Mirco Borgmann, Julia Schnietzmeyer, Mitarbeiterin Verlagswerbung „Die Glocke“, Hendrik Specht von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und „Glocke“-Redakteurin Daniela Kinder.
Fotokamera, Fernglas, botanisches Bestimmungsbuch – So mancher Teilnehmer der Exkursion über die „Glocke“-Blumenwiese in Beckum-Neubeckum hat sich bestens ausgerüstet. Schließlich gilt es, die Flora und Fauna genau unter die Lupe zu nehmen.

Zunächst führt Landwirt Hubert Anxel, der die Ackerfläche für den Blühstreifen zur Verfügung stellt, die Gruppe durch ein Waldstück. Dort verläuft die Grenze zwischen den Ländereien seiner Familie und dem angrenzenden Naturschutzgebiet Halbtrockenrasen. In dem Waldstück haben auch die Honigbienen von Imker Marko Serdarusic ein Zuhause auf Zeit gefunden. „Bienen, Wald und Blüten gehören zusammen“, sagt er über den Standort unweit des „Glocke“-Blühstreifens. Dieser diene auch seinen Insekten als Quelle für ihren Blütenhonig.

„Glocke“-Blumenwiese Eldorado für Vögel

Am Ziel angekommen, beäugt so mancher tierischer Gast die Besucher aus sicherer Entfernung: Auf den Spitzen einer Hecke etwa erspäht Hendrik Specht eine Dorngrasmücke. Er ist Landschaftsökologe bei der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und begleitet die „Glocke“-Blüh-Patenschaft fachlich. Der Singvogel finde dort einen „wunderbaren Futterbereich“. Er benötige solche Strukturen mit einer Mischung aus Blüten- sowie Pflanzenangebot und offenen Bodenanteilen. „Er brütet in dem Blühstreifen“, erklärt der Fachmann. Landwirt Hubert Anxel freut sich besonders, wenn er einen weiteren gefiederten Gast entdeckt: Die Feldlerche, seinen Lieblingsvogel.

Viel zu erriechen und zu beäugen

Der Duft, der dort zeitweise in der Luft liegt, erinnert an den einer Kräuterküche. Es riecht würzig und unter den Teilnehmern wird eifrig gefachsimpelt, welche der Grünpflanzen Urheber dafür ist. „Ist das der Dill?“, fragt jemand. Imker Marco Serdarusic hat einen Blütenstand abgeknipst. Er riecht daran, rümpft seine Nase und sagt: „Er riecht sehr intensiv.“ Nicht nur das: Der Doldenblütler ist Anlaufstelle seiner Honigbienen beim Nektarsammeln. Außerdem hält der Blühstreifen Wildkräuter wie Koriander und Schwarzkümmel bereit.

Manche Blüten kommen im nächsten Jahr

Viele werden sich erst ab dem zweiten Jahr voll entfalten. „Der ist aber groß“, sagt Burkhard Stratmann aus Warendorf über einen Spitzwegerich. Mit weiteren Mitgliedern des Vereins für Natur- und Umweltschutz (VNU) im Kreis Warendorf nimmt der Botanik-Fachmann an der Führung teil. „Hier auf der Ackerfläche gibt es ein hohes Nährstoff-Potenzial“, erklärt Specht. Abgesehen von der Größe fällt noch etwas auf: Manche Pflanzenspitze ist abgefressen. Hasen und Rehwild haben es sich dort wohl schmecken lassen.

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