Ausstellung mit Akzent des Besonderen
Bild: Gehre
Preisgekrönte Schwarz-Weiß-Bilder von Matias Völksch: Museumsleiter Dr. Bennie Priddy (l.) und Klaus-Peter Kirchner von der Aktion-Kunst-Stiftung laden zur Ausstellung ein.
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 „Wir sind davon überzeugt, dass die Kunst von Menschen mit geistigem Handicap in ihrer eigenen Formsprache und häufig auch sehr ungewöhnlichen Denkweise unseren Kunstbegriff erweitern kann. Letztlich können wir auf die Vielfalt dieser neu zu entdeckenden Kunst nicht verzichten“, sagte Klaus-Peter Kirchner bei der Vorbesichtigung. Er hatte zusammen mit seiner Frau Mechthild vor gut einem Jahr die Aktion-Kunst-Stiftung mit dem Sitz in Soest gegründet und mit einer Ausschreibung zur Beteiligung an der Ausstellung und damit am Wettbewerb ein ungewöhnlich lebhaftes Echo in allen Teilen der Bundesrepublik ausgelöst. Stattliche 600 Einsendungen geistig behinderter Kunstschaffender füllten schließlich das Atelier des Geschäftsführers. Es war nun Aufgabe der fachkundigen Jury, in der auch Liesborns Museumsleiter Dr. Bennie Priddy mitgewirkt hat, aus der Fülle der Möglichkeiten die besten und preiswürdigsten Arbeiten auszuwählen.

163 Arbeiten werden gezeigt

163 Arbeiten aller Techniken – Bilder, Skulpturen, Collagen, Druckerzeugnisse – von 30 Einsendern werden nun in der Ausstellung präsentiert. Der derzeit viel strapazierte Begriff der Inklusion, der soziologischen Eingliederung von Behinderten: Hier ist er in vorbildlicher Weise bereits praktiziert worden. Der Rundgang durch die Ausstellung offenbart beeindruckende Talente, von denen die Besten am Sonntag ausgezeichnet werden sollen: Matias Völksch für sein Gitterwerk zarter Linien, die mit grafischen Elementen durchsetzt werden, andererseits die kraftvoll-dynamischen Farbvisionen der Gouachen und Acrylbilder von Mustapha al Ayachi. Reizvolle Akzente in der bunten Bildergalerie setzen die Beiträge der Plastiker. Dabei rückt vorrangig Petra Zimmermann mit ihren aus Abfallmetallen gestalteten Bildwerken und einem aus silbern glänzenden Schraubenschlüsseln geformten Baum in den Mittelpunkt des Interesses. „Otto“ fällt auf mit einer Reihe realistisch geformter menschlicher Organe aus Keramik. Die Ausstellung, so Dr. Priddy, soll es den Besuchern ermöglichen, diese Künstler als eine kreative Gruppe zu erkennen, die, ob behindert oder nicht, das Leben in der Gesellschaft bereichert und vertieft. Eine Maxime, die sie ohne Zweifel erfüllen wird.

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