Bauern demonstrieren standesgemäß
Fordern eine Zukunft für die Landwirtschaft: Die Junglandwirte Pascal Plum, Andreas Willenbrink und Michael Tigges aus Beckum.

„Wir haben uns auf den Weg gemacht um zu protestieren, weil wir mehr und mehr Angst um unsere Existenz haben“, so Andreas Willenbrink, ein junger Landwirt aus Beckum. Es geht ihm um das Agrarpaket. In den Augen der Landwirte Michael Tigges, Pascal Plum und Andreas Willenbrink bringt das Agrarpaket nur neue Auflagen und Belastungen mit sich. „Nach den endlosen Diskussionen über immer neue Auflagen in der Tierhaltung und der neuen Düngemittelverordnung hat das Agrarpaket das Fass bei den Landwirten zum Überlaufen gebracht“, betont Pascal Plum.

Landwirte sind an allem schuld

 „Egal ob das Insektensterben oder das Nitrat im Grundwasser, die Landwirte sind mittlerweile pauschal an allem schuld und das macht uns wütend und traurig zugleich“, ergänzte Michael Tigges. Die drei jungen Männer geben zu bedenken, dass die neue Düngeverordnung zu einer Mangelernährung der Pflanzen führen wird. Gleichzeitig sind in ihren Augen viele kommunale Abwasserkanäle alt und marode, sodass Stickstoff ungehindert versickern kann. „Kommunale Klärwerke leiten große Mengen an Stickstoff in Oberflächengewässer ein, weil dieser nur sehr aufwändig herausgefiltert werden könnte und dies sehr kostenaufwendig wäre“, kritisiert Andreas Willenbrink.

Unverständnis zum Glyphosatverbot

Unverständnis herrscht bei den Landwirten auch über das geplante Verbot des Herbizids Glyphosat, das bei der Anwendung nur über die Blätter der Unkräuter aufgenommen werden könne und so die Nutzpflanzen, wie Getreide, gar nicht betreffe. Ein Verbot würde nach Ansicht der Landwirte ab 2023 zu einem höheren mechanischen Aufwand führen, der dann zulasten des Bodengefüges und somit der Kohlenstoffspeicherung gehe.

Bauern sind besorgt

Die Bauern im Kreis Warendorf sind besorgt – und wollen das mit sichtbaren Aktionen auch deutlich zum Ausdruck bringen. Andreas Willenbrink: „Durch die großen Demonstrationen in ganz Deutschland sollen Politik und Verbrauchern die Augen geöffnet werden. Es soll gezeigt werden, wie es um die deutschen Bauern steht, die hoffen, in persönlichen Gesprächen mit den Politikern Lösungen für die Probleme zu finden.

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