Bauern machen gegen Einzelhandel mobil
Bild: Kraneburg
Die Aufmerksamkeit der Verbraucher erreichen wollen die Landwirte: Stellvertretend für Berufsgenossen aus dem Kreis bezogen Bauern aus Vorhelm und Tönnishäuschen Stellung zu den niedrigen Erzeugerpreisen, die ihre Existenz bedrohen: (v. l.) Johannes Bühlhelm, Matthias und Birgit Middrup, Kreislandwirt Karl Werring, Huberts Heimann, Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands), Ulrich Averberg (Verbandsvorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Vorhelm) mit Felix, Bernhard Bühlmeyer, Elisabeth Heimann (Vorsitzende der Landfrauen Vorhelm) und Thomas Wördemann.
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 Mit großen Plakaten an ausgewählten Orten machen sie auf ihre derzeitige Situation aufmerksam: Während die Verbraucher bei Lebensmitteln gar keine oder geringe Preissteigerungen spüren, sind die Erträge für die Erzeuger aufgrund des Überangebots in den Keller gesunken. „Wir machen Ihr Frühstück – aber wir können nicht davon leben“, prangt in großen Lettern auf den Plakaten. Der Einzelhandel, beherrscht inzwischen von wenigen Großunternehmen, diktiere das Geschehen und behalte den Großteil der Erträge für sich, erläuterte Schulze-Zumloh gestern im Pressegespräch in Tönnishäuschen. Bei den Erzeugern und den weiterverarbeitenden Betrieben wie Schlachthöfen oder Molkereien komme immer weniger an. Zu dem Überangebot, so der Kreisverbandsvorsitzende, sei es durch den Wegfall von Märkten gekommen. Durch den Ölpreisverfall hätten Schwellenländer an Kaufkraft verloren, das Russland-Embargo verschließe diese Exportmöglichkeit und – glücklicherweise – hätte es in den vergangenen vier Jahren keine Katastrophen gegeben, die einen Versorgungsengpass nach sich gezogen hätten. „Die Marge für den Einzelhandel wird immer größer, gleichzeitig kommt er aber auch mit immer neuen Forderungen“, machte Kreislandwirt Karl Werring seinem Ärger Luft: „Da wird Nachhaltigkeit gefordert, aber kein Geld dafür ausgegeben.“

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