Bei Notdienst Patienten im Blick
Der Notdienst muss von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe mit immer weniger Geschäftsstellen organisiert werden. Im Kreis Warendorf gibt es noch 71 Apotheken. Vor zehn Jahren waren es noch 85.

 „Damals haben die Ärzte ihren Notdienst zentralisiert und wir haben dann das Navigationssystem angepasst, um die Wege für die Patienten möglichst zu verkürzen“, erläutert Sebastian Sokolowski von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Denn nicht jeder Notdienstkunde hat sein Rezept erst gerade erhalten. „Das wiederum hat auch damit zu tun, dass manche Menschen in der Woche schlichtweg keine Zeit für Arzt- und Apothekenbesuche mehr haben“, so Sokolowski. Oder der Klassiker: Eine Familie braucht schnell ein Medikament, um beispielsweise abends Fieber bei den kleinen Kindern senken zu können, um am nächsten Tag zum Arzt zu gehen. Für diese Patienten ist das System aber nicht extra ausgelegt worden. Als Kammer, so Sokolowski, müsse man alle Apotheken möglichst gleichmäßig am Notdienst beteiligen. Das werde bei zurückgehenden Apothekenzahlen gerade in Stadtrandlagen und Kleinstädten immer schwieriger. Mit dem neuen System sei aus 95 Notdienstkreisen ein Gesamtsystem gebildet worden, mit dem schneller auf Schließungen reagiert werden können. Die Apotheken insbesondere in kleinstädtischen Strukturen – zuvor viele Dienste mit wenigen Kunden – seien entlastet worden. Sokolowski: „Die in den Randlagen von Großstädten versorgen verstärkt auch den ländlichen Raum.“ In Warendorf liegt beispielsweise die durchschnittliche Entfernung vom Ortsmittelpunkt bis zur nächsten dienstbereiten Apotheke bei 5,8 Straßenkilometern. Im Notdienstsystem gilt die Kreisstadt als Mittelstadt, weshalb eine Maximalentfernung von 16 Kilometern vom Ortsmittelpunkt bis zur nächsten Notdienstapotheke gegeben ist. Für Städte und Gemeinden unter 20 000 Einwohnern gilt eine 25-Kilometer-Grenze. Speziell für Warendorf erläutert Sokolowski, dass auch vor der Notdienstumstellung die Orte Warendorf, Sassenberg und Beelen einen Notdienstkreis gebildet haben. Sokolowski: „Nach Beelen und Sassenberg mussten die Warendorfer auch schon vorher fahren.“

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