Bildstock, Landmarke des Glaubens
Bild: Ebert
Details des Bildstocks wurden von Ludger und Robert Wennemer besonders begutachtet. Die Restauratoren aus Münster waren mit den Arbeiten in Drensteinfurt sechs Wochen beschäftigt. Kreisweit stehen 432 vergleichbare Objekte unter Denkmalschutz.
Bild: Ebert

 Und der ist jetzt aufwändig von den münsterschen Restauratoren Ludger und Robert Wennemer instand gesetzt worden.

Kosten von 47 000 Euro

„Insgesamt neun solcher Maßnahmen wurden in diesem Jahr realisiert“, stellte Landrat Dr. Olaf Gericke beim Ortstermin am Donnerstag fest. Den gesamten Kostenaufwand beziffert der Chef der Kreisverwaltung mit 47000 Euro. Seine Behörde trage davon 15 000 Euro und der Landschaftsverband 24 000 Euro, von denen Bildstöcke in Beelen, Drensteinfurt, Sassenberg, Sendenhorst, Telgte und Warendorf profitieren. Das Geld sei gut investiert, sagt Gericke. Die Rettungsaktion für Bildstöcke und Wegekreuze im Kreis Warendorf sei eine Aktion, die bundesweit seines gleichen suche. „Radfahrer und Spaziergänger halten vor dem Bildstock an und verstummen gedankenverloren“, schildert Hausherrin Hildegard Osthues ihre Beobachtungen. Ganz im Sinne von Heinz-Jürgen Müller, Planungsamtsleiter beim Kreis. Bau- und Kunstwerke wie das an der Hofstelle Osthues bildeten das „kulturelle Gedächtnis“ der Region. Von diesen stummen Zeitzeugen sind im Kreis Warendorf 2000 registriert. Bildstöcke, Wegekreuze und kleine Wegekapellen zählen dazu. 432 stehen unter Denkmalschutz. Wie auch der Bildstock in Drensteinfurt, der 1986 in diesen Status versetzt wurde. Seine und die Arbeit seines Sohnes Robert bezeichnet Ludger Wennemer als „bestandserhaltende Maßnahme“. Sechs Wochen hatten die Restauratoren intervallweise den Bildstock aus witterungsbeständigem, französischem Kalkstein gereinigt und konserviert. „Kleine Risse wurden auch entfernt“, gaben die Münsteraner zu Protokoll. Mit „absolut lohnenswert“ tituliert Anke Dreyer (LWL-Denkmalpflege) diese Maßnahme stellvertretend für die Rettungsaktion „Bildstöcke und Wegekreuze“.

Eigenanteil

Dr. Olaf Gericke unterstreicht die Bedeutung der handwerklichen Kunstwerke für die westfälische Region. „Landmarken des Glaubens mit geschichtlichem Hintergrund“, lautet Dr. Gerickes Einschätzung, die der Besitzer des Hofs in Drensteinfurt teilt. Ohne diese Überzeugung hätte Franz-Josef Osthues kein eigenes Geld in die Restaurierung des Bildstocks gesteckt.

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