Blitzer-Funk stört Polizei wenig
Standorte der Verkehrsüberwachung werden im Internet unter anderem über eine Facebook-Seite namens „Blitzer Kreis Warendorf“ kommuniziert. Die Polizei stört das wenig.

 Diese Seite, die es in dieser Form auch andere Regionen der Republik gibt, zieht eine ganze Schar von Interessenten (zurzeit rund 1400) auf sich, die sich durchaus regelmäßig über sogenannte „Radarfallen“ austauschen. Gepflegt wird die Seite offensichtlich von einem gut informierten Verkehrsteilnehmer, der damit andere Autofahrer darauf hinweisen möchte, an diesen Stellen besonders angepasst zu fahren. „Das stört uns nicht“, so Polizei-Presse-Sprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk. „Grundsätzlich können wir das nicht unterbinden – und wenn wir wirklich an der Stelle stehen und die Leute langsam fahren, haben wir unser Ziel erreicht.“ Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen auch im Kreis Warendorf. Deshalb werde an den Gefahren- und Unfallschwerpunkten besonders häufig kontrolliert – was auch anhand der Facebook-Seite im Internet nachvollzogen werden kann. Bekannterweise wird der größte Lerneffekt, sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten, immer noch über das Portemonnaie erreicht – was manch ein Nutzer der Seite offensichtlich als ungerecht empfindet: Kommentare wie „Die spinnen die Römer“ oder „Schweine“ zeugen da von gewissem Unverständnis. „Solche Kommentare sind nicht schön – wir nehmen das aber nicht persönlich“, so Susanne Dirkorte-Kukuk. die natürlich auch weiß, dass bei Autofahrern, die „erwischt“ werden, zunächst das Gefühl bleibt, etwas zahlen zu müssen: „Es besteht die Hoffnung, dass die zu Hause noch die Kurve kriegen.“ Und: „Wer sich korrekt im Straßenverkehr verhält, der braucht solche Internetseiten auch gar nicht.“

SOCIAL BOOKMARKS