Buchungs-Chaos verunsichert Impfwillige
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Über 60-Jährige haben nach Angaben der Kassenärtzlichen Vereinigung Westfalen-Lippe am Karsamstag Termine für die Sonderimpfaktion mit dem nicht unumstrittenen Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca gebucht. Auch wenn die KVWL von einem Erfolg des Buchungssystemns spricht, erlebten viele Bürger, vor allem aus dem Kreis Warendorf, das ganz anders. Sie kamen gar nicht erst durch oder mussten am Ende in Impfzenten außerhalb des Kreises buchen.
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Weil viele Impfwillige über 60 Jahren aufgrund ihres Internetproviders beziehungsweise ihrer E-Mail-Adresse zunächst gar nicht erst ins Buchungssystem kamen,  waren die freien Termine im Impfzentrum des Kreises Warendorf in Ennigerloh für viele ausgebucht, bevor sie sich einloggen konnten. Das führte zu erheblichem Ärger bei den Betroffenen und Verunsicherung.  Wer es endlich geschafft hatte, über die verzögert eingetrudelte Bestätigungs-E-Mail der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zu den Terminbuchungen vorzudringen, musste oft feststellen, dass es für Ennigerloh keine Termine mehr gab.

Buchungen in Nachbar-Zentren

Wer dann probierte, in benachbarten Impfzentren außerhalb des Kreises nach freien Terminen zu suchen, konnte sich nur wundern. So waren zum Beispiel im Kreis Gütersloh und in Münster noch jede Menge freie Termine verfügbar, als für Ennigerloh nichts mehr ging. Verzweifelt versuchten viele, Informationen zu bekommen, ob sie sich als Bürger aus dem Kreis Warendorf auch in Münster, Gütersloh oder anderswo einschreiben zu können. Technisch funktionierte das - ob die Termine auch akzeptiert werden, erscheint vielen noch unklar. Klare Aussagen erhielt „Die Glocke“ dazu weder von der Pressestelle des Kreises Warendorf noch von der KVWL. Ursprünglich hieß es auf der Internetseite der KVWL, Buchungen könnten nur in den Impfzentren des jeweiligen Kreises oder der kreisfreien Stadt erfolgen, weil die zugeteilten Impfdosen auf das jeweilige Gebiet zugeschnitten seien.

KVWL sieht Buchungstag als Erfolg

Laut Pressemitteilung der  Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) wurden am Karsamstag über die Terminbuchungsplattform fast 120.000 Impftermine mit dem Impfstoff „Vaxzevria“ von Astrazeneca an die über 60-jährigen Bürgerinnen und Bürger in Westfalen-Lippe „erfolgreich vergeben“. Damit  sei ein Großteil der AstraZeneca-Impftermine bereits verbucht. Aktuell sind noch etwas mehr als 40.000 Impftermine für die genannte Personengruppe verfügbar., hieß es am Abend

Fast 350 Bürgerinnen und Bürger hätten bereits am Samstag schon ihre erste Impfung erhalten. Sobald alle Termine vergeben seien, werde die Terminvergabe zunächst beendet. 

7400 Aufrufe pro Sekunde

In der Pressemitteilung der KVWL heißt es, die Terminvergabe habe „insgesamt“ sowohl online als auch telefonisch „außerordentlich stabil“ funktioniert – trotz sehr hoher Zugriffzahlen: Am Samstagmorgen habe die KVWL-Buchungsplattform rund 7.400 Aufrufe pro Sekunde verzeichnet. Unter der 0800 116 117 02 waren es fast 5.000 Anrufversuche pro Sekunde.

Eingeräumt wird allerdings, dass der Versand der Registrierungs- und Terminbestätigungsmails „zwischenzeitlich deutlich verzögert“ gewesen sei, was jedoch „nicht am Buchungssystem, sondern an den Einstellungen einzelner E-Mail-Provider“ gelegen habe. Die KVWL habe „unmittelbar Rücksprache mit den Anbietern gehalten, um das Problem schnellstmöglich im Sinne der Bürger zu lösen“.

Bei Ausbuchung keine weiteren Termine

Sobald alle Impftermine mit Vaxzevria des Herstellers Astrazeneca für die über 60-Jährigen Bürgerinnen und Bürger vergeben sind, würden keine weiteren Termine vergeben. Die Terminvergabe für die 79-Jährigen startet dann am Dienstag, 6. April. 

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