Bürger rüsten sich mit Waffen aus
Im Kreis Warendorf beantragen immer mehr Bürger den kleinen Waffenschein und rüsten sich mit einer Schreckschusswaffe aus. Die Kreispolizei sieht die Entwicklung mit Sorge.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es nur 80, 2014 gerade einmal 40.

Die Kreispolizeibehörde betrachtet diese Aufrüstung mit Waffen und Abwehrmitteln mit Sorge und weist eindringlich darauf hin, dass es trotz eines kleinen Waffenscheins nicht erlaubt ist, frei käufliche Schreckschusswaffen oder andere Waffen zu Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen und ähnliche öffentliche Veranstaltungen mitzunehmen. „Das gilt auch für die Rosenmontagsumzüge“, betont Polizei-Pressesprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk, „hier ist das Mitführen von Waffen generell verboten. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Straftat.“

Und: „Der kleine Waffenschein beinhaltet nicht die Erlaubnis, mit der Waffe zu schießen.“ Werde in einer Notsituation eine Waffe oder ein Pfefferspray eingesetzt, müsse die Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit beachtet werden. „Der Einsatz von Abwehrsprays gegen eine Person kann, wenn diese verletzt wird, eine strafrechtliche Prüfung nach sich ziehen“, erläutert Dirkorte-Kukuk und ergänzt, dass die vermeintlich gefühlte Sicherheit, die mit dem Tragen einer Waffe oder eines Abwehrmittels einhergeht, sich auch schnell ins Gegenteil verkehren könne.

Aktuell sei eine Anzeige aus Ahlen eingegangen: In der Innenstadt stritten sich zwei Nachbarn, 50 und 43 Jahre alt. Einer der beiden setzte sein Pfefferspray ein. Der andere entriss es ihm und sprühte dann ebenfalls. Die Polizistin warnt daher: „Personen, die sich mit Waffen oder anderen Abwehrmitteln ausrüsten, sind in den meisten Fällen völlig ungeübt. Dazu kommt noch die meist mit einer in Not-, Schock- oder Stresssituation einsetzende eingeschränkte Handlungsfähigkeit. Deshalb kann es zu einer erheblichen Eigengefährdung kommen.“

Unklar sei auch, betont Dirkorte-Kukuk, welche Wirkung das Führen und Zeigen der Waffen auf das Gegenüber hat. Sie rät daher: „Wer sich unsicher fühlt, sollte an einem Selbstbehauptungskursus teilnehmen und an der inneren Haltung arbeiten.“

Jedoch: Der Kreis Warendorf sei einer der sichersten Kreise in Nordrhein-Westfalen und die Anzahl der Straftaten seit Jahren mit durchschnittlich 14.500 Fällen konstant.

SOCIAL BOOKMARKS