Denkmalschutz passt  zu modernem Wohnen
Groß war das Interesse an der Besichtigung des alten Fachwerkhauses, das Marek und Svenja Stoltmann (2. und 3. v. r) zurzeit sanieren.

Sie begrüßen die Gäste bei einer Baustellenbesichtigung im Rahmen der Kreiskampagne „Kompliment altes Haus! Aktion Altbau“ des Kreises Warendorf. Mitten in der Warendorfer Altstadt restauriert das junge Ehepaar derzeit ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem Jahr 1655. Bis Mai sollen in dem historischen Haus die Arbeiten abgeschlossen sein. Das Interesse an dieser Baustellenbesichtigung ist so groß, dass ein zweiter Termin angeboten wird. 30 Gäste informieren sich vor Ort bei den Bauherren, Energieberater Kay Krampe und dem Experten für ökologische Baustoffe, Benno Hartmann-Walk. Begrüßt werden die Interessenten auch von Marcel Richter, dem Klimaschutzmanager des Kreises Warendorf. Er koordiniert die Aktion Altbau. „Bei den verschiedenen Baustellenbesichtigungen vor Ort möchten wir den Besuchern unterschiedliche Sanierungsbeispiele zeigen, um damit das Interesse an der Gebäudemodernisierung fördern“, sagt Richter. Während der Innenausbau in dem Warendorfer Fachwerkhaus noch läuft, leistet der Kaminofen in der guten Stube bei den Besichtigungsterminen ganze Arbeit und sorgt für eine heimelige Atmosphäre. Die Besitzer führen die Gäste durchs Haus und erklären in gemütlicher Runde in der zukünftigen Küche die wichtigsten Maßnahmen sowie die einzelnen Sanierungsschritte. Neben einer fachgerechten Restaurierung der Innenräume, wo ein Lehmputz als traditioneller Baustoff eingesetzt wird, gehören ein Austausch der Fenster sowie eine Innendämmung zu den wichtigsten Punkten. „Wir haben für die Sanierung auf ursprüngliche Materialien gesetzt, die sich hervorragend für historische Gebäude eignen“, erklärt Marek Stoltmann. Traditionelle Baustoffe wie Lehm-Putz oder eine Lehm-Holz-Dämmung lassen sich jedoch auch bei neueren Häusern gut einsetzen. „Die ökologischen Baustoffe haben den Vorteil, dass wir viele Arbeiten selbst durchführen können.“ Die Materialien sorgen zudem für ein gesundes und angenehmes Raumklima. „Die weit verbreitete Scheu, denkmalgeschützte Häuser zu renovieren, ist meiner Meinung nach unbegründet. Wenn man offen mit der Denkmalbehörde kommuniziert, lassen sich die meisten Probleme ausräumen“, berichtet Marek Stoltmann. Denkmalschutz und modernes Wohnen passen sehr wohl zusammen, ergänzt der Bauherr.

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