Der Einbrecher ist immer noch da
Eine Spirale, die nicht endet: Traumatisierte Opfer von Verbrechen finden häufig ohne psychologische Hilfe keinen Ausweg aus ihrem Dilemma. In manchen Fällen bleiben dauerhafte Schäden.

Seit mehr als zwei Jahren können Heike und Dietmar auf psychologische Betreuung nicht verzichten. Ihr Albtraum hört nicht auf: Mental glauben sie sich am Abgrund, wirtschaftlich drohte der Ruin. „Der Einbrecher ist eigentlich immer noch da“, sagt Heike. Dieses Gefühl werde sie einfach nicht los.

Wohnung verkaufen

„Wissen Sie, wie das ist? Mein Eigentum ist weg, aber Ekel und Angst bleiben da. Immer.“ Das Ehepaar aus dem Nordkreis hat zwei Jahre nach dem Einbruch, in dessen Verlauf die nicht gefassten Diebe sämtliche Zimmer der schlafenden Partner durchsucht hatten, den Entschluss gefasst, ihre Eigentumswohnung zu verkaufen. Wirtschaftlicher Verlust hin oder her: „Hauptsache weg“, sagen sie.

Dieses Verhaltensmuster ist Klaus Gehlhaar nicht fremd. Der Außenstellenleiter der Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ hat die Erfahrung gemacht, dass 20 Prozent der Opfer sich nach einem Einbruch eine neue Wohnung suchen. Heike kann sich in dem Schlafzimmer nicht aufhalten. Sie durchlebt immer wieder den Morgen, als sie in ihrem Bett liegend die Augen öffnete und in von Einbrechern geöffnete Kommoden und durchwühlte Schränke geblickt hat. Die Folge: Die 34-Jährige erleidet Panikattacken. Seit mehr als zwei Jahren wählt sie trotz psychologische Unterstützung eine Schlafstatt im Hotel oder bei einer Freundin. „Damit muss Schluss sein“, konstatiert ihr Mann Bernd. „Wir geben Nachbarschaft und die vertraute Umgebung auf und ziehen fort.“

Überfall

Eine Überlegung, mit der sich auch der Unternehmer Dietmar auseinandergesetzt hat. Er wurde Opfer eines brutalen Überfalls.

Welchen Leidensweg Einbruchsopfer beschreiten müssen, und welche Folgen das für ihr Alltagsleben hat, lesen Sie in der Printausgabe der Glocke.

SOCIAL BOOKMARKS