Die Not der Angehörigen aushalten
Gestalteten den Gottesdienst der Notfallseelsorge: (v. l.) Pfarrer i. R. Friedrich Vogelpohl (Beckum), Pater Johannes Klein (aus Diestedde), Pfarrer Manfred Uhte (Münster), Jörg Rößler (Feuerwehr Beckum), Prädikant Dr. Eckhard Hirsch (Drensteinfurt) und Bernd Temming (Feuerwehr Beckum).

Neben Angehörigen verunglückter Menschen nahmen auch Vertreter der Politik, der Polizei, der Hilfs- und Rettungskräfte sowie der Notfallseelsorge teil. Kreisbrandmeister Heinz Nordhoff würdigte zehn Jahre professioneller Notfallseelsorge im Kreis Warendorf. Allen, die sich in diesem Bereich engagieren, dankte er für die gute Zusammenarbeit. An Pfarrer Manfred Uhte (Münster) überreichte er eine mit dem Symbol der Notfallseelsorge – Sternenkreuz vor rotem Kreis auf blauem Grund - versehene Stola. „Sie soll künftig in unseren Gottesdiensten getragen werden“, so der sichtlich bewegte Geistliche. „Unsere Schwachheit, unsere Hilflosigkeit angesichts von Tod, Leid und Trauer zuzugeben, sie anzunehmen, fällt uns oft sehr schwer“, so Uhte beim Gedenken an die Todesopfer des vergangenen Jahres. Trotz aller Verzweiflung dürften Christen darauf vertrauen, „dass ich auch in diesen Situationen nicht allein gelassen werde, denn auch dort nimmt sich Gott meiner an.“

Kerzen für getötete Verkehrsteilnehmer

Gemeinsam mit den Beckumer Feuerwehrleuten Jörg Rößler und Bernd Temming entzündete er Kerzen für je zwei Fußgänger und Radfahrer, zwölf Autofahrer und Beifahrer, einen Lkw-Fahrer sowie die Menschen aus dem Kreis Warendorf, die außerhalb des Kreisgebiets durch einen Verkehrsunfall starben. Gedacht wurde ebenso 263 schwer und 922 leicht Verletzten, außerdem der Angehörigen der Opfer. „Sind wir immer die Starken?“, fragte Dr. Eckhard Hirsch (Drensteinfurt) in seiner Predigt. Die Aufforderung „Nehmet einander an“ gelte für Einsatzkräfte ebenso wie für Betroffene, im Notfall wie im Alltag. Der Prädikant würdigte den Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften: „Jeder Handgriff sitzt. Nichts Überflüssiges wird getan. Es fällt kein Wort zu viel.“ Komme jede Hilfe zu spät, „sind wir alle gefordert. Dann müssen wir stark sein, um Zeugen von Todesfällen, Helfern, deren Einsatz vergeblich blieb und die ein Menschenleben nicht retten konnten, ein Stück zu begleiten.“ Auch die Not der Angehörigen gelte es mit auszuhalten. Dabei helfe der Glaube: „Gott zeigt uns, wie wir mit unserer manchmal schwachen Kraft mit unseren Aufgaben klarkommen und Hoffnung für die Zukunft schöpfen können.“

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